Bin ich Transgender? Woher weiß man, ob man transsexuell ist?

Hallo liebe*r Besucher*in,

heute möchte ich einen Artikel schreiben, der hoffentlich vielen Personen die vor dieser Entscheidung stehen oder nicht wissen, wer oder was sie sind, helfen soll. Mir ist absolut klar, das es dafür keine Grundregel oder einen funktionierenden Test gibt. So etwas kann es gar nicht geben, weil jeder Mensch verschieden ist und sich natürlich auch Transsexualität bei jedem Menschen anders äußert oder anders beginnt. Trotzdem gibt es auch einige Gemeinsamkeiten, die mir immer wieder bei sehr vielen meiner Schützlinge auffallen.

Zuerst einmal etwas Grundsätzliches zum Verständnis und vielleicht findest Du Dich da schon wieder und kannst alleine durch die Definition schon sicher von Dir sagen, das Du transident bist:

Was ist Transidentität, Transsexualität oder Transgender?

Die Transidentität bezeichnet die gefühlte Geschlechtszugehörigkeit. Das Geschlecht eines Menschen findet nicht zwischen den Beinen statt, sondern im Kopf, in den Gefühlen, Sehnsüchten, Wünschen. Der Wünsch oder das Gefühl bei der Geburt zum männlichen Geschlecht zugeordnet worden zu sein, aber als Frau leben zu wollen – nein zu müssen (oder anders herum), das ist Transidentität. Das Gefühl, dass das zugeordnete Geschlecht nicht mit dem inneren, gefühlten Geschlecht übereinstimmt, das ist Transidentität.

Die Transsexualität ist ein Oberbegriff der alles was mit Transidentität zu tun hat, umfasst. Transsexualität wird oft und fälschlicher Weise für die gleiche Bedeutung von Transidentität her genommen, dies ist aber falsch. Transsexualität umfasst alle Bereiche der inneren Geschlechtszugehörigkeit. Grundsätzlich lehnen wir Transgender diesen Begriff aber ab, da er gleichzeitig etwas Sexuelles assoziiert. Transsexualität hat aber rein gar nichts mit Sexualität oder gar sexueller Orientierung zu tun.

Transgender sind die transidenten Personen, also jene die sich ihrem, bei der Geburt zugeordneten Geschlecht nicht zugehörig fühlen.

Bitte verwechsle Transidentität oder Transsexualität nicht mit Transvestitismus. Transvestiten (oder auch „Transen“ genannt) sind mit ihrem angeborenen, äußeren Geschlechtsmerkmalen im Einklang und verkleiden sich nur aus Spaß an der Show oder aus sexueller Lust als das gegengeschlechtliche Pendant. Transgender oder transsexuelle Personen, so wie ich eine bin, können solch einen Fetisch in der Regel absolut nicht nachvollziehen und haben vor allem aufgrund ihres immensen Leidensdrucks nur eine einzige Möglichkeit: Sie versuchen alles um ihren Körper an das gefühlte, innere Geschlecht anzupassen (Mann-zu-Frau Transgender oder Frau-zu-Mann Transgender). Hierzu nehmen sie wahrhaft schmerzhafte und gefährliche Operationen in Kauf und verändern ihren Körper durch die sogenannte Hormon-Ersatz-Therapie immer mehr in die Richtung des Zielgeschlechts, bis sie mit ihrem Körper im Einklang sind. Niemand auf dieser Welt der halbwegs bei Verstand ist, würde das freiwillig und nur aus einer Lust heraus tun!

Bin ich transgender?

Nun, wie findest Du nun heraus, ob Du transident, also ein Transgender bist? Wie findest Du heraus, ob Dein gefühltes Geschlecht nicht mit dem bei der Geburt eingetragenen Geschlecht übereinstimmt? Wie findest Du heraus, ob Du wirklich diesen schweren und langen Weg gehen musst, oder ob es bei Dir vielleicht doch eher nur ein Fetisch ist, eine Lust oder Laune ist oder ob Du doch nur Travestie betreiben willst, das ganze als Kunst betrachtest und Dich nur aus Spaß an der Show, am Game, dem Anime oder der Aufmerksamkeit wegen verkleiden willst?

ich versuche das zu erst einmal aus meiner Warte zu erklären. Ich zeige Dir zu erst einmal, wie das bei mir war und ist, was ich gefühlt habe und wie ich schlussendlich darauf gekommen bin, transident, eine Transfrau zu sein.


Als Kleinkind, aber auch als Teenie war ich immer extrem introvertiert und still, verträumt. Ich hatte absolut null Selbstvertrauen, saß immer nur still in einer Ecke und habe alle anderen beobachtet, nichts gesagt. 

Es begann dann so ungefähr mit 12 oder 13 Jahren als die Pubertät so richtig anfing. Ich merkte mit der Zeit, das sich mein Körper in eine Richtung entwickelte, die ich für falsch hielt und ich schämte mich sehr dafür. Ich bekam Haare, wo ich sie nicht wollte und vermisste Wölbungen, die ich so sehr herbei sehnte. Dies war auch die Zeit, wo meine Depressionen anfingen.  In der Schule fühlte ich mich immer mehr zu den Mädchen hingezogen, freundschaftlich. Ich spielte mit ihnen Seilhüpfen oder „Himmel und Hölle“, anstatt mit den Jungs zusammen Fußball zu spielen. Die Jungs waren mir viel zu vulgär und brutal.

Mit 14 passierte mir dann etwas, was mich zunächst völlig aus der Bahn warf, dies kann gerne oben unter dem Link „Lebenslauf“ nachgelesen werden. Dieses Erlebnis sorgte bei mir wohl dafür, das ich die Jungs irgendwie mehr als Sexobjekte betrachtete. Ich wollte mit ihnen nicht befreundet sein, konnte mir aber immer besser vorstellen, mit einem Jungen Sex zu haben.  Ich war nicht auf einmal schwul geworden, so ist es nicht. Ich fand auch Mädchen äußerst anziehend und begehrenswert. Allerdings sah ich die Mädchen mehr als das, was ich selbst war, bzw. sein wollte. ich war sehr neidisch auf sie. Ich wollte auch Kleider anziehen, ließ mir die Haare lang wachsen und träumte davon, so auszusehen wie sie.

Das war auch der Zeitpunkt, wo meine Eltern begannen sich wirklich Sorgen um mich zu machen und mich zu verschiedenen Psychologen und Therapeuten schickten.

Etwas später, vielleicht mit 15 oder 16 fing ich an, mich richtig zu hassen, meinen Körper zu hassen, vor allem dieses Ding zwischen meinen Beinen zu hassen. Es gab da auch einen Abend Zuhause, wo ich auf meinem Bett saß, mit einem Teppichmesser in der Hand und ich mir das Ding abschneiden wollte. Die Depressionen waren unerträglich.

Vielleicht war dies – mit 16 oder 17 – der Wendepunkt in meinem Denken. Ich begann damit, meinen Körper als unvermeidbares Übel zu akzeptieren. Ich begann exzessiv Sport zu treiben, hatte da auch viele sportliche Erfolge, trainierte ihn hart, machte Teak Won Do und allerlei andere „Männersportarten“.

Ich begann, verzweifelt bemüht, mich als Mann zu geben und den Macho-Kerl heraus hängen zu lassen. ich haute von Zuhause ab, heiratete, lebte auf der Straße, stürzte vollkommen ab, tätowierte mich selbst mit einer selbst gebauten Maschine und Vieles mehr. Der Höhepunkt dieser „Flucht“ vor mir selbst war das Tätowieren meines Teils mit dem fetten Schriftzug „LOVE ME“ – Wohl in der Hoffnung, das dies helfen könnte ihn zu akzeptieren. Ich wusste einfach nicht, was mit mir los war, konnte dieser ganzen „Problematik“ keinen Namen geben. Ich hielt mich für einen Psychopathen.

Das war dann der Zeitraum, ich war ungefähr 23, wo ich vernünftig wurde. Ich zuckte innerlich mit den Schultern und sagte mir: „Alex, es ist so wie es ist und Du kannst es nicht ändern. Mach lieber etwas aus Deinem Leben.“ – Ich begann eine zweite Lehre, die ich dann auch abschloss, ging zum Bund, fand meine leiblichen Eltern in Berlin, besuchte diese, hatte eine tolle Zeit in Berlin – Bis 2007.

Anfang 2007 stieß ich rein zufällig auf die Begriffe „Transsexualität“, „Transfrau“, „Transgender“. Ich hatte wohl zufällig mal die richtigen Suchbegriffe verwendet. Es durchfuhr mich wie ein Blitz! Ich saugte sämtlichen Informationen zu diesem Thema in mich auf, las jeden einzelnen, auffindbaren Artikel dazu und Lebensgeschichten, unterhielt mich in Foren und Chats mit anderen Transgendern und ich fand mich in jeder Geschichte wieder.

Von da an wusste ich endlich, was mit mir los war, was mich all die Jahre gequält hatte. Endlich wusste ich, wobei mir all die Psychologen und Therapeuten nicht helfen konnten. Ich hatte endlich einen Namen dafür – und, ja, ich hatte sogar eine Lösung dafür. Doch um diese auch durch zu ziehen fehlte mir damals der Mut. Es dauerte dann noch einmal acht Jahre, bis ich endlich allen Mut zusammen hatte und meinen Weg, meine Anpassung begann.

Das Coming Out im Oktober 2015, das sich kleiden als Frau, schminken und Herrichten als Frau, das alles und was da sonst dazu gehört, hat bei mir etwas ausgelöst, was wohl wirklich als Wunder zu bezeichnen ist: Ich bin ein völlig anderer Mensch geworden, habe mich um 180° gedreht, bin extrem extrovertiert und selbstbewusst geworden. Es war wie eine riesige Erlösung und endlich, endlich fühle ich mich richtig.


Nun, liebe*r Besucher*in, findest Du Dich bereits in dieser Geschichte wieder? Hast Du Ähnliches empfunden, deinen Körper und insbesondere Dein primäres Geschlechtsmerkmal so gehasst wie ich? Hattest Du auch Depressionen wie ich? Warst Du neidisch auf das andere Geschlecht, weil Du immer so sein wolltest wie sie? All das und Vieles mehr sind relativ eindeutige Indikatoren dafür, das Du Transgender bist.

Was wenn das noch nicht eindeutig genug für Dich war? Nun, das ist tatsächlich nicht so einfach. Hierfür gibt es trans*-erfahrene Psychotherapeuten, die auch erst einmal einige Sitzungen mit Dir benötigen, um sich sicher zu sein ob Du trans* bist oder nicht, ob es sich für Dich lohnt, diesen Weg weiter zu gehen oder ob es nicht ein schrecklicher Fehler wäre.

Das wäre auch die absolut zu präferierende Vorgehensweise, anstatt den laienhaften Äußerungen einer anderen Transgender zu vertrauen. Mach einen Termin bei einer trans*-erfahrenen Psychotherapeut*in aus, gehe hin, erzähle ihr oder ihm von Deinen Sehnsüchten, Deinen Wünschen und Gefühlen, erzähle ihr oder ihm davon wie Deine Schulzeit war, Dein bisheriges Leben, erzähle davon, wie der Sex für Dich ist. Aber das Wichtigste: Sei vor allem ehrlich. Ehrlich Dir selbst gegenüber! Denn wenn Du einmal diesen Weg begonnen hast, die Hormone nimmst, dein bisheriges Sexualhormon blockierst und Du dann die Auswirkungen auf Deinen Körper und Deine Psyche bemerkst, ist ein Zurück nur noch sehr schwer möglich – nach der abschließenden Operation denkbar unmöglich.

In Deutschland brauchst Du nicht einmal eine Überweisung von Deinem Hausarzt. Suche Dir einfach eine*n Psychotherapeut*in die oder der definitiv transgender-Erfahrung haben sollte, mache einen Termin aus und gehe hin, vergiss Deine Krankenkassenkarte oder Gesundheitskarte nicht. Die Abrechnung mit der Krankenkasse und Dergleichen mehr, regelt alles die oder der Psychotherapeut*in.

Ich bin sehr gerne bereit dazu, Dir noch weitere Hilfestellung zu geben und Dir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Oben rechts findest Du den Link zum Impressum, dort findest Du alle Kontaktdaten, die Du nutzen kannst. Telefonisch bin ich am besten ab 16:30 zu erreichen. Unter der Handynummer kannst Du auch per Whatsapp mit mir in Kontakt treten.

Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute und sehr viel Glück und Erfolg auf Deinem weiteren Weg, wie auch immer dieser aussehen mag.

*Kisses*
Christin

 

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7 Kommentare

  1. Hallo Christin,
    trotz Deiner, wie Du dir behauptest, laienhaften Erklärung, muß ich sagen, daß es doch sehr aufschluß- und hilfreich war. Also finde ich mich hier auch 1 :1 wieder, genau dieses Kind und auch der Jugendliche und dann der jugendliche Erwachsene waren verträumt, verspielt und Außenseiter. Zwar habe ich durchaus den Jungs zuzurechnende Hobbys gehabt, aber gleichen Rang nahmen meine Bedürfnisse weibliche Kleidung zu tragen, ein. Phasenweise wollte ich auch männlich wirken, aber das ging eher in die Hose, es wirkte irgendwie hilflos. Von gleichaltrigen Jungs wurde ich gar nicht Ernst genommen. Mein Outing als Crossdresser bei meiner Frau und Depressionen zwangen mich zum Handeln. Ich suchte mir eine Psychologin, anfangs mit dem eher vorgeschobenen Grund meiner Depressie, tatsächlich wollte ich aber über mein eigentliches Problem reden. Und nach dem ersten Jahr Therapie stellte sie eine Zwischendiagnose, sie hält mich nach allem Gehörten für transident. Leider fehlt mir der Mut, es anzugehen, aber ich sehne mich innerlich sehr, Frau zu sein. Und ich fokussiere mich nicht mehr wie früher auf weibliche Kleidung. Die ist mittlerweile vom Stil auch eher praktisch, das Verspielte brauche ich nicht mehr. Wie würde ich meinen Alltag als Frau bewerkstelligen, wie von anderen Menschen, vor allem aus dem näheren Umfeld in der neuen Rolle wahrgenommen?.Das sind Fragen, die mich umtreiben. So gesehen muß ich die eingangs gestellte Frage wahrheitsgemäß für mich akzeptieren. Diesem Muster folgend bin ich dann tatsächlich transident.
    Liebe Grüße
    Johanna

    • Liebe Johanna, Du klingst beinahe verzweifelt und das verstehe ich auch sehr gut. Einerseits das Wissen, transident zu sein und den unbändigen Wunsch zu haben, endlich das leben zu können was Du bist, andererseits die Furcht davor, wie andere reagieren könnten und deshalb nicht den Mut zu haben, den Weg anzufangen.

      Liebe Johanna, schreib mich doch mal per Whatsapp (+4917647872110) an oder per Email (christin@r3y.de)… oder auch per Facebook. Suche einfach nach mir (Christin Löhner).

      Vielleicht kann ich Dir ja ein wenig unter die Arme greifen und Dir etwas mehr Mut geben, den Schritt zu wagen?

      LG
      Christin

  2. Hallöchen~ <3

    Dein Text hilft mir tatsächlich weiter, allerdings habe ich bei mir Bedenken…

    Ich bin körperlich weiblich und mein Name eigentlich Sarah(17 Jahre).
    Im Internet nenne ich mich aber so gut wie überall Kiro, klingt für mich neutraler und man wird nicht falsch eingeordnet, wenn doch dann halt versehentlich.

    Mein Problem:
    Auch wenn ich meine weiblichen Körperteile hasse, so mag ich doch meine langen Haare und auch dass meine Klamotten immer einem Geschlecht zugeordnet werden nervt mich persönlich einfach nur, aber aus Sicht der anderen sind meine Klamotten halt weiblich.

    Eventuell weil ich Angst habe mit meiner Mutter im Schlepptau da etwas anderes zu kaufen, sie geht mit mir halt immer nur zu den Mädchenklamotten
    Und zumal ist es bei meiner geringen Größe schwer etwas bei den Jungen/Männern zu finden…

    Mein Interesse für eine Beziehung läge auch weiterhin bei Männern, ich meine, nur weil man sich männlich fühlt ändert es doch nichts an meinem Gefühl, oder?

    Ich habe einfach Angst etwas falsches zu sagen oder zu machen…

    In meinem familiären Umfeld ist es so zwar so dass meine Mutter immer z.B. sagt sie hätte nichts gegen Schwule aber wenn man ihr mit so etwas in der Art selber kommt blockt sie ab…

    Mittlerweile gehe ich zumindest im Internet schon den Schritt als nichts von beidem genannt zu werden(nachdem ich jahrelang zugelassen habe weiblich genannt zu werden)…
    Schade dass mir im Deutschen bisher kein Wort für sowas bekannt ist, mit ist nur "er" und "sie" geläufig….
    Möchte meine Liker nicht mit einer schnellen Umstellung verschrecken.

    Zumal ich halt selber noch nicht weiß ob ich mir sowas "eingestehen" kann, nicht der Norm zu entsprechen, wo ich schon Depressionen, Sozialphobie und Traumata habe…

    LG Kiro

  3. Hey
    Ich bin Sara und 20 Jahre jung.
    Ich befasse mich nun seit längerem mit dem Thema Transgender zu sein. Als Kind habe ich gerne eher mit typischen Jungsspielsachen spielen wollen. Als mein Bruder dann auf die Welt kam, war ich mehr als glücklich nun mit jemanden Auto und Fußball spielen zu können. Es hat mich nie gestört nur männliche Kindheitsfreunde zu haben. Doch als ich in die Pubertät kam änderte sich das alles. Ich fing an mich wie meine Mitschülerinnen zu schminken und zu kleiden. Mit 16 bin ich dann an Depressionen erkrankt, was eher familiäre Gründe hatte. Mit 18 Jahren hörte ich zum ersten Mal das Wort Transgender und die Bedeutung dahinter. Diesen Hass auf die eigenen Geschlechtsorgane wie du in beschrieben hast, hab ich nicht. Ich akzeptiere die Tatsache das ich als Frau geboren wurde. Nur bin ich sehr am zweifeln ob ich auch als Frau Leben möchte. Wenn ich mit Freunden shoppen gehe, schaue ich meist sehnsüchtig zur Männer Abteilung rüber. Ich finde meistens die Klamotten der Jungs in meiner Klasse viel schöner als meine. Trotzdem stehe ich morgens gerne auf um mich zu schminken und meine Haare zu machen. Ja ich weiß das dies alles sehr durcheinander ist. Aber das sind momentan die Gedanken in meinem Kopf.
    LG Sara

  4. Hallo liebe Leser des Blogs von Christin Löhner,

    ich habe nun all meinen Mut zusammen genommen und ich MÖCHTE euch meine
    Geschichte erzählen, ich möchte das es hier steht, ich möchte endlich raus aus meinen Körpergefängnis, ich möchte endlich aus der Dunkelheit und ins Licht, ich will LEBEN!

    Deshalb bitte ich Christin darum diesen sehr langen, sehr intimen Text doch zu veröffentlichen. Vielen lieben dank an Christin das du mir bereitwilig helfen willst, du ahnst nicht was mir das bedeutet!

    Ich bin männlich und 36, ich selbst habe mich
    erst vor knapp 2 1/2 Wochen bei meiner Mutter geoutet was mich schon von
    Kindesalter an belastet, was ich mir wünsche, was ich und wer ich wirklich
    bin. Obwohl ich schon als kleines Kind wußte das etwas mit mir „nicht
    stimmt“, mit 9 war mir bereits klar was es ist, mit 12 wollte ich schon die
    Angleichung haben aber aus Angst und falscher Rücksicht habe ich mein Leben
    lang geschwiegen, wollte sogar eher sterben als jemanden auf „andere Art“
    zu enttäuschen. Der letzte Versuch mich umzubringen war vor knapp 6
    Monaten, der erste mit 16. Mutter weiß nur von den letzten Versuch. Bisher
    wußte nur meine damals beste Freundin und mein 2012 umgebrachter Bruder
    (23) was mit mir los ist. Seit einigen Monaten wissen es auch zwei Leute
    die ich auf Deviantart kennen lernen durfte davon und nun du auch. Ich bin
    in einer sehr intoleranten Umgebung groß geworden, lebe und arbeite auch
    noch immer in eben dieser Umgebung. Ich bin mittlerweile ziemlich an Ende
    meiner Kraft, nicht einmal mehr das „Schluß“ machen geht noch (ja ich weiß
    wie sich das anhören muss), ich weiß nicht mehr ein noch aus, ich heule
    fast jede Nacht bis ich einschlafe. Ich weiß doch was ich will und bin aber
    alleine all die Pflichten die ich habe lassen meinen Wunsch schon nicht zu,
    ich bin in der Familie der Hauptversorger, ich liebe meine Familie über
    alles und ich kann sie nicht in Stich lassen oder in irgendeiner Form weh
    tun, ich muss das Haus abtragen und anderes, mein Vater ist schwerkrank und
    braucht teure Medikamente, mein jüngster Bruder wurde mit 23 umgebracht,
    Täter blieb frei, meine Mutter ist seitdem nicht mehr belastbar und auch
    Gesundheitlich ebenfalls schwer angeschlagen und mein anderer Bruder ist
    durch Schlamperei Schwerbehindert (und natürlich blieb das für das
    Krankenhaus Folgenlos). Ich musste meinen Vater letztes Jahr schon zweimal
    wiederbeleben, ich habe Angst das er sich so aufregt das ihn was passiert
    wenn ich es ihn sage und wenn ich mich beruflich oute steht nicht nur meine
    eigene finanzielle Existenz auf dem Spiel. Wegen der Sache habe ich mich
    lange in die Arbeit hinein geflüchtet, habe 320 und mehr Stunden im Monat
    malocht, bin die letzten 1,5 Jahre deshalb schon viermal zusammengebrochen,
    ich mache es eben schon viele Jahre so. Dezember lag ich in der
    Dienstkleidung über Stunden bewußtlos bei mir im Flur auf dem Boden. Helfen
    tut mir das arbeiten auch nicht mehr, habe mir auch schon oft selber weh
    getan (nein kein Ritzen aber teils üble Blutergüße aber immer da wo keiner
    es sieht). Habe mich über die Jahre auch selbst immer mehr und mehr
    vernachlästigt weil mir alles egal wurde. Letzten Sommer hatte ich bei
    einem Rückflug ein sehr schweres Gewitter erlebt und ein sehr starkes
    Absacken der Maschine, da flog alles durcheinander, Leute, Gegenstände
    alles, jeder hat geschrien, geweint, gebettet etc., ich war wohl der
    einzige der es nicht tat, ich musste mir sogar ein erleichtertes Lächeln
    verkneifen weil ich dachte mein Leid sei endlich vorbei. Wenn mich da einer
    so gesehen haben sollte wird er sicher denken ich hätte sie nicht mehr
    alle. Was auch schwierig ist, das war es auch für meine Mutter zu
    verstehen, ist die Tatsache das ich auf Frauen stehe obwohl ich schon als
    Kind selber ein Mädchen sein wollte, ja klar haben mir auch schon mal Kerle
    gefallen (was auch auf Bi hindeutet) aber das ist selten, geküsst habe ich
    Jungs auch nur drei mal, fand es aber immer richtig schön, mehr war aber
    nie. Ja und ich habe auch schon einige male geträumt es als Frau mit einem
    Mann zu tun (nie als Mann mit Mann) bzw. es mir gewünscht, war auch schon
    mal unsterblich in einen Jungen verknallt aber meist galten meine Gefühle
    eben anderen Mädels. Hatte auch schon Beziehungen mit Frauen, wollte sogar
    heiraten und stand kurz vor der Verlobung trotz all meiner Probleme, die
    Liebe war ja echt, bin aber auch jedes mal extrem enttäuscht worden und
    ausgenutzt. Habe natürlich auch schon den Akt mit einigen Frauen vollzogen,
    aber das was schön sein sollte war für mich jedes einzelne mal wie ein
    schlimmer Alptraum, ich will ja eine Beziehung aber es als Mann zu tun
    fühlt sich für mich so ekelhaft und falsch an, selbst wenn man es sich mal
    selber macht könnte ich danach über mich selbst kotzen (was auch schon das
    eine oder andere mal passiert ist). Manchmal ist der Hass auf das Ding da
    unten so groß das ich ihn naja, an liebesten entsorgen würde aber nach
    Außen muss man immer lügen, eine Show abziehen: Geht es dir gut? Ja sagt
    man zwar aber innerlich leidet man, man muss lächeln wo man innerlich
    bitter weint, ruhig sein wo man innerlich schreit und brüllt, das ist hart,
    manchmal zu hart. Immer verstecken, lügen, schweigen, das bin ich sowas von
    leid. Habe mir schon oft heimlich Kleider und co. gekauft und getragen,
    meist werfe ich das aber auch wieder genauso heimlich weg (deshalb nie
    etwas teures), aus Scham das es jemanden auffällt, Schminken nach Schritt
    für Schrittanleitungen auch aber da mir die Übung fehlt sieht das manchmal
    eher, wie soll ich sagen, Nuttig aus was ich aber nicht will, ich mag das
    nicht, ich mag es dezent aber wenn man keine Erfahungen hat…passiert das
    schnell. Hatte mir als Kind auch heimlich eine Barbie gekauft, und einige
    nette Kleider nach und nach, sie war mein ganzer Schatz aber ich habe sie
    auch immer versteckt, nur mit ihr gespielt wenn ich wusste keiner ist da
    und merkt was. Eine für mich gute Zwischenlösung in den 80er und frühen
    90er war She-Ra, das war die Mädchenversion von He-Man, so konnte ich
    immerhin einige hübsche Sachen haben, nur das Castle of Power bekam ich
    nie, egal wie sehr ich gebettelt habe (Das ist was für Mädchen, den Spruch
    kenne ich nur zu gut!). Ich liebte auch Sailor Moon, Mila Superstar, Lady
    Oscar, Jem, Arielle und co., habe davon auch viele DVD’s und VHS, wurde
    dafür aber auch schon heftig gemobbt (Bis hin zu Verletzungen durch zbsp.
    Kippen an Armen und Beinen und eben nicht nur Worte und „normaler“ Prügel).
    Ich liebe auch moderne Spiele wo man als Frau spielen darf, Fallout, Mass
    Effect, Dragen Age, da spiele ich nur Frauen und finde es schön wenigstens
    dort eine sein zu können. Sammle auch Mädchen-Manga, Mädchen-Comics wie
    Vanessa – Die Freundin der Geister oder Mädchen-Gruselromane wie Irrlicht.
    Ich habe heute nicht nicht einmal mehr Freunde da mein Problem alles kaputt
    gemacht hatte. Im Kindergarten wollte ich schon mit Barbies spielen bekam
    die aber abgeommen, nichts mit rosa Auto und Barbie als Fahrer, mein
    Argument das ein Auto ja nun einmal auch einen Fahrer braucht und das
    Barbiehaus dem Fahrer gehört und das Auto in die Garage wurde mir nicht
    abgenommen, dafür wurde ich aber dann gemobbt. Mobbing hat mich ohnehin
    mein ganzes Schulleben hindurch begleitet (und tut es noch), jeder merkte
    das ich zbsp. für einen Jungen sehr Emotional bin, zierlich gebaut, schmale
    Schultern (nur die Stimme ist sehr tief, käme da um eine Stimmband-OP nicht
    herum die ich aber eh will da jedes Training und sei es noch so gut nie
    meine echte Stimme wäre und das kann ich einfach nicht ertragen). Habe auch
    ein ausgesprochen hohes Emphatievermögen, geht es anderen schlecht merke
    ich das, das geht manchmal bis hin zu Phantomschmerzen, kannst dir ja
    denken wie andere einen da behandelt haben und es immer noch tun. Habe auch
    schon als Kleinkind nie Fleisch gemocht, zwangen mich meine Eltern dazu
    sorgte es für einen Brechreiz bis hin zum tatsächlichen kotzen. Ich war und
    bin auch immer viel lieber in der Gesellschaft von Frauen, ich habe die Art
    des Verhaltens von Männern nie gemocht, das Machogehabe, die vulgäre
    Sprechart, die Brutalität, die Lästereien und da sind Männer viel schlimmer
    als die Frauen etc., ich war und bin auch immer wieder extrem Eifersüchtig
    wenn ich schöne Frauen sehe und immer extrem traurig und wütend zugleich
    das ich nicht so bin, nicht so sein darf. Ich habe lange zwanghaft versucht
    männlich zu sein, vieles verdrängt aber es kommt immer wieder hoch und
    jedes mal schlimmer als zuvor, ich ging sogar zum Bund, besser gesagt zur
    Luftwaffe um ein richtiger Mann zu werden, machte sogar einen
    Auslandseinsatz mit und sah dort schreckliches und habe dort auch jemanden
    schwer verletzen müssen da dieser Mann versuchte mich zu töten. Habe beim
    Bund gesoffen wie ein Loch obwohl ich Alkohol immer schon gehasst hatte,
    das lag an den Depressionen und unter denen leide ich auch immer wieder.
    Ja die Pubertät und Schule,
    es ist zwar gut das es heute leichter ist als zu meiner Zeit aber der Leidensweg ist dennoch immer noch viel zu hoch.
    Für mich war die Pubertät mit die schlimmste Zeit,
    ich meine glücklich war und bin ich nie gewesen, werde ich so auch niemals sein können.
    Aber wie gesagt, die Jugend war schlimm, nicht nur wegen den Mobbing, auch die Depressionen waren heftig,
    nicht umsonst wollte ich schon mit 16 gehen, damals waren zufällig Freunde in der Nähe,
    wären sie nicht gewesen und hätten sie mich nicht brutal nach hinten zurückgezogen,
    ich wäre bei uns von der Autobahnbrücke gesprungen, das zweite mal da war ich 18, Abschlußfeier,
    habe mich total volllaufen lassen, hatte dann an Ende auf dem Heimweg versucht mich vor einen LKW zu werfen,
    hätte der junge Fahrer nicht so hart gebremst, er hätte mich voll erwischt, ich bin dann aus Scham und Angst weggerannt.

    Das war meine Schulzeit.

    Mit Anfang 20 beim Bund das dritte mal, wolte die P8 für mich selber nutzen,
    tat es dann aber nicht weil ich es für zu „unser“ hielt, Mitte 20 dann das vierte mal,
    hatte es mit einem Stromschlag versucht, hatte Tagelang Herzprobleme dadurch.
    Als ich 30 war wurde mein Bruder getötet, da war es dann der fünfte Versuch,
    dieses mal mit Tabletten, nur weil ich viel erbrochen habe gibt es mich jetzt noch.
    Der 6 und letzte war Januar diesen Jahres, wollte mich absichttlich auf der Landstraße kaputt fahren,
    habe extra gewartet auf einen Tag an dem es stark regnet damit es nicht nach Suizid aussieht,
    extra gewartet auf einen Tag dem die Straße frei ist um keinen zu gefährden, habe direkt auf einen Baum zugehalten,
    im letzten Moment dachte ich meinen Bruder im Spiegel zu sehen und habe das Lenkrad umgerissen
    und den Baum nur knapp verfehlt und mich auf der Straße gedreht wie ein Kreisel,
    ich dachte es wäre gut wenn es wie ein Unfall wirkt damit meine Versicherung an meine Familie zahlt.

    Tja leider war bei mir die Kindheit und Jugend zu überweigenden teilen nicht schön,
    eher ein Horror der mich bis heute stark prägt, und ja auch nicht nur wegen dem TG Thema.
    Schon meine Geburt war Schmerz,
    gut daran erinnere ich mich natürlich nicht aber ich habe dank meines leiblichen Vaters ein andenken auf Lebenszeit daran.
    Ich sollte abgetrieben wrden, Mutter wollte das nicht also hat er mich dann aus den Bau getreten,
    Not-OP bei Mutter, mir gab es einen Beidseitigen komplizierten Leistenbruch, dicke Narben sind da das Andenken.
    War zwei Monate zu früh, also Brutkastenkind, 1982 noch Lebensgefährlich. Bis ich 7 war musste ich jede woche zu ihn,
    das Jugendamt wollte es so, das er mich misshandelt hatte wollte man nie glauben, Verbrenneungen durch Herdplatten an den Händen,
    an den Fingern durch Kippen (Finger haben Narben dadurch,
    an den Beinen und Armen sieht man fast nichts was meine Mitschüler dann bei mir machten,
    am Hals sieht man aber das anritzen wenn man genau hinguckt an der betreffenden Stelle),
    Blutergüße und co. sollten doch eindeutig sein oder? Aus Verzweifelung biss ich dann meinen Sozialarbeiter
    in den Oberschenkel bis es geblutet hatte, daran erinnern ich mich gut,
    man hatte drei Erwachsene gebraucht um ein panisches Kind mit gerade 7 Jahren loszueisen.
    Ich war ein Kind das immer alles wissen wollte, liebte das lesen, das lernen aber meine Familie erlitt schwere Schicksalsschläge,
    mein mittlerer Bruder wurde gesund geboren aber da die Kinderstation nicht besetzt war bemerkte keiner den Sauerstoffmangel, a
    ls sie es taten war es zu spät, Hirnschaden bleibt lebenslang bei ihn.
    Meine Mutter verlor ihre Firma mit 250 Beschäftigten da man in der Textilbranche nicht mit Fernost mithalten konnte,
    eine ganze Branche verließ MG NRW. Hochwasser raubte uns alles was wir hatten,
    Versicherung zahlte nicht, Umzug, kleine Dachwohnung, Gewitter, Dach weg, alles weg,
    schon wieder. Also war ich als Schüler finanziell nicht gut gestellt, meine Lehrerin war sehr konservativ,
    meinte so jemand wie ich dürfe nur unter seinen Gleichen sein, Chance auf Gym weg,
    trotz meines anders sein und des Mobbings hatte ich da noch recht gute Noten,
    Absturz in der 5, Wiederholung, das Mobbing und die Gewalt wurden immer extremer,
    meine drepressionen auch und auch das was ich wolte und bin machte mir immer mehr und mehr zu schaffen.
    Meine erste heimliche Liebe war ausgerechnet ein Junge und der Schwarm der ganzen Schule.
    Verliebte mich neu, dieses mal in ein Mädchen,
    wurde das erste mal betrogen. Lernte meine damals beste Freundin kennen,
    die auch als erste und bis dahin einizge Person war die wußte was mit mir los ist,
    die Freundschaft war schon sehr eng und wäre ich ein Mädchen gewesen,
    wir wären unter Garantie mehr geworden als nur Freunde. Klassenfahrt, Flaschendrehen,
    alle angetrunken, ein Junge sollte bei Wahrheit oder Pflicht mich küssen laut Spielleiter,
    stimmte ich den zu durfte ich aussetzen, war nur ein Kuss auf die Wange,
    wurde auch Knallrot weil es ausgerechnet der Junge war in dem ich total verknallt war,
    habe natürlich so getan als gefiele mir das nicht aber es war bis dahin einer der schönsten Momente in meinen ganzen Leben.
    Leider machte mich das nur noch mehr zum Angriffsziel und wurde dann auch von ihn gemobbt
    obwohl er das Jahrelang nie getan hatte davor. Als Kind hatte ich mir eine Barbie heimlich gekauft,
    sie war mein ganzer Stolz, spiele aber immer nur heimlich mit ihr,
    sie bekam auch den Namen den ich selber immer tragen wollte.
    Ich mochte meinen Jungennamen nie, und ich haße es bis heute wenn man dann noch das I im Namen so betont.
    Ein A hinten dran mag ich aber auch nicht da es mich kränkt,
    damit zogen mich auch meine Eltern gerne auf,
    Mutter meinte zwar sie hätte nie was geahnt aber weshalb dann sowas?
    Weshalb den Spruch Das ist nur was für mädchen wenn ich was wollte?
    Fällt einem dann wirklich nichts auf? was als Kind auch sehr ruhig, verträumt,
    verschmust, mitühlend, emotional, obwohl das nichts böses ist galt ich damit als Freak,
    Jungs sind anders, raufen, toben etc., mir gefiel das aber nicht.
    In den AG wählte ich auch immer Mädchensachen und Schach,
    ich liebte Schach, ich mochte auch das töpfern, Kunst, Trampolinspringen,
    dort waren auch meist nur mädchen, dort war ich glücklich, dort fühlte ich mich wohl,
    dort war ich geborgen aber das war eben nicht typisch Junge, dumme Sprüche waren da vorprogrammiert.
    Im Schwimmunterricht hasste ich die Umkleide,
    ich habe gebettelt bis ich mich in einer Einzelumkleide umziehen durfte da ich nicht wolte das jemand mein Teil sieht,
    und wieder war ich Angriffsziel. meinen Körper zu zeigen und seien es nur die Beine oder Arme
    war für mich immer schon schlimm, damals trug ich wann immer es geht sogar Langarmshirts,
    kurze Hosen trage ich bis heute nicht. Ich mochte auch den Sportunterricht nicht, statt Fussball und co.
    wollte ich lieber mitd en Mädchen laufen, Völkerball spielen, Turnen aber das ging ja nicht,
    gab es aber mal doch Gemischtunterricht, war ich immer total happy darüber,
    machmal wohl zu sehr denn ich bin mir ziemlich sicher, das hat man auch gemerkt.
    Ja das man sich ständig erklärt und entschuldig und sagt es tut mir leid ist traurig
    aber auch ich tue dies schon mein Leben lang. Doch warum muss ich das? Weil ich, ich bin?

    Ja das man sich ständig erklärt und entschuldig und sagt es tut mir leid ist traurig aber auch ich tue dies schon mein Leben lang.
    Doch warum muss ich das? Weil ich, ich bin?

    Gescheiterte Beziehungen,
    dieses Thema kenne ich nur zu gut, ich wurde viel betrogen,
    belogen und ausgenutzt. Mein Problem hat Beziehungen auch nicht gerade geholfen,
    wenn man den Partner liebt aber der Akt dennoch ein einziger,
    fieser Alptraum und eben nicht schön merkt das auch der Partner und das verletzt.
    Selbst wenn ich längst mein echtes ich wäre,
    viele kämen damit nicht klar wegen den Schranken im Kopf die uns Erziehung und Religion aufdiktiert.
    Gleichzeitig habe ich nauch extreme Bindungs und Verlustängste gleichzeitig,
    die hatte ich schon als kleines Kind, das macht alles noch schwerer.
    Ich stehe zwar Hauptsächlich auf Frauen trotz das ich selbst innerlich als eine eben solche fühle
    aber es gab auch schon Gefühle für Jungs, war auch mal unsterblich verliebt in einen,
    als ich mit ihn geknutscht hatte war das einer der schönsten Momente meines Lbens
    und als er dann anfing mich wie die anderen zu mobben ging für mich ein Stück eigener Seele für immer kaputt.
    Beziehung wünsche ich mir sehnlichst,
    ich haße das alleine sein aber mittlerweile habe ich in Reallife
    nbicht einmal mehr Freunde wegen meiner Probleme obwohl keiner in meinen Umfeld
    weiß was mit mir los ist außer seit kurzen Mutter.
    Beziehungen, ein Chaos für mich das mich zusätzlich quält.
    War auch mal kurz vor der verlobung, wolte die Frau meines lebens meinen Eltern vorstellen
    und dann ging sie mit meinen besten freund fremd, so verlor ich beides.
    Habe danach fast ein halbes Jahr nur noch extrem einsilbig gesprochen wenn überhaupt.

    Ich muss auch sagen das es mir unglaublich gut tut endlich mein Herz ausschütten zu können
    auch wenn ich Angst habe aber wenn ich diese Angst nicht endlich abschüttel,
    wie soll ich dann jemals mein Glück finden? Allerdings kommt auch so vieles hoch was ich längst verdrängt
    und vergessen habe, sogar das ich doch mal ein öffentliches Outing mit Ende 20
    hatte oder das meine Mutter doch etwas gemerkt haben muss auch
    wenn sie bei meinen Outing das verneinte. Mein öffentliches Outing
    war damals ein Unfall in einem Bus gewesen, es ist so das ich weder
    gerne breitbeinig sitze noch mit Beine über Kreuz sondern eher eng zusammengestellt
    und jeder Mann weiß dass das nicht so angenehm ist wenn da das Gehänge im Weg hängt,
    deshalb schiebe ich es manchmal unbewußt hoch, das war mir im Bus passiert
    und das sah eine junge Frau und die knallte mir natürlich so eine ins Gesicht
    das ich alle fünf Finger abgebildet hatte und natürlich beschimpfte sie mich
    wüst aber ich hatte sie ja nicht mal gesehen gehabt, alles erklären und
    entschuldigen nutzte nichts und da platzte es raus, „es ist nicht wie Sie denken weil ich
    Trans bin!“ Ich bin dann sofort danach heulend aufgesprungen und aus den Bus gerannt.
    Weil ich viele Probleme in der Schule hatte war ich auch mal beim Seelendoktor,
    auch das hatte ich längst erfolgreich verdrängt, die Männer merkten nichts aber die Frau
    die mich zuletzt behandelt hatte sehr wohl und die hatte auch ihren verdacht geäußert,
    ich wurde gefragt und sagte „kann nchon sein“ auf die Frage ob ich Mädchen sein will,
    ich traute mich das direkte Ja nicht, meine Mutter fragte mich das damals auch
    und zu ihr sagte ich aus Angst und Liebe natürlich NEIN!

  5. Ich kann mich mit manchen Sachen identifizieren. Ich mag meinen Körper überhaupt nicht und wünsche mir seid langem schon einfach ein Junge zu sein. Ich habe mich wegen Selbsthass oft selber verletzt und war psychisch einfach nur noch kaputt. Durch einen Vorfall hasse ich mich und meinen Körper nur noch mehr. Das ich ein Transgender bin bezweifle ich jedoch ein bisschen. Klar, ich habe mich als Kleinkind auch eher für Autos interessiert allerdings hatte ich auch Puppen und sowas alles. Zudem habe ich mich immer wie ein Mädchen benommen. Ich gucke mir immer die Jungs in meiner Klasse an und frage mich immer warum ich nicht wie sie sein kann. Meine Eltern sagen immer nur das es eine Phase ist die irgendwann wieder vorbei ist. Aber ich fühle mich einfach nicht wohl. Mir wird oft gesagt das ich ein hübsches Mädchen sei, aber ich sehe mich nicht als Mädchen. Ich habe mich zwar mehr oder weniger damit abgefunden das ich eh „nichts ändern“ kann und lebe wie jedes Mädchen. Ich schminke mich habe lange Haare und trage (sehr selten) „Mädchen-Kleidung“. Ich mache mir oft Gedanken darüber wie mein Leben als Junge so wäre und nur von meiner Vorstellung her finde ich es schon besser. Klar Fantasie und Realität sind zwei verschiedene Dinge, aber selbst wenn ich mein bisheriges Leben mir vorstelle und nur das Geschlecht „tausche“ finde ich mich schon wohler.

    Aber nur das sagt doch nicht gleich das ich Transgender bin oder das ich ein Transgender sein könnte, oder?

    LG Nike

    • Hey Nike! Vielen Dank für Dein Kommentar und das Du mich mit Deiner Frage kontaktiert hast! Natürlich kann man Transsexualität nicht alleine daran fest machen, ob man lieber mit Autos oder mit Puppen gespielt hat. Wie ich in meinem Beitrag oben auch schrieb, bin ich weder psychlogoisch ausgebildet noch in irgendeiner Form Psychotherapeutin und kann deshalb natürlich auch keine Diagnose stellen. Es gibt aber durchaus einige Indizien, bzw. Erfahrungswerte, an denen man zumindest eine große Wahrscheinlichkeit für Transsexualität festmachen kann. Um hier aber mehr einschätzen zu können, müsste ich Deine ganze Geschichte kennen.
      Um wirklich sicher zu gehen und dann vielleicht auch, für den Fall das eine Transsexualität vorliegt, den Weg korrekt beginnen zu können, solltest Du aber definitiv einen Psychotherapeut*in aufsuchen. Hierzu brauchst Du auch keine Überweisung vom Hausarzt oder so, sondern Du gehst einfach mit der Krankenkassenkarte hin. Die*der rechnet dann direkt mit der KK ab.
      Möchtest Du vorab erst einmal mit jemandem reden, die selbst betroffen ist und sich ein wenig damit auskennt, so kontaktiere mich Doch einfach noch mal per Mail zum Beispiel hier oben über Kontakt. Wenn Du magst kannst Du mir auch Deine Handynummer mit schicken, dann können wir uns auch noch besser unterhalten, zum Beispiel über Whatsapp. Teile mir dann bitte auch direkt mal Dein Alter und Deinen Wohnort mit.
      LG Christin

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