Meine GaOP – Tag 2, 3 und 4 – Die Operation – Übermut – Topfit – Verband ab – da ist sie

Hallo liebe*r Besucher*in,

die Ereignisse überschlagen sich für mich hier im Krankenhaus, obwohl es eigentlich so langweilig sein sollte.

Tag 2 – Die Operation

am Montag morgen sollte ich dann direkt als Erste, schon um 08:00 Uhr dran kommen. Ich wachte gegen 05:30 Uhr auf und konnte nicht mehr schlafen. Natürlich gab es dann auch kein Frühstück für mich, da ich nüchtern in den OP musste. Da ich am Samstag Abend das letzte Mal etwas gegessen hatte, knurrte mein Magen ordentlich, aber so war ich wenigstens definitiv nüchtern.

Gegen 06:00 Uhr kam dann die Schwester rein und brachte mir dieses schicke OP-Hemdchen, das ich anziehen sollte. Da ja noch fast zwei Stunden bis zur OP waren, ließ ich mir damit aber Zeit und rauchte statt dessen erst mal eine Zigarette.

Um 07:30 war ich dann fertig umgezogen, als die Schwestern herein kamen und mich aus dem Zimmer schoben. Es ging zum Aufzug, mit dem wir dann hinunter in den Keller fuhren. Dort im Vorbereitungsraum angekommen, fragte mich die Narkose-Ärztin, ob ich wirklich nüchtern sei, woraufhin ich gestand, eine Zigarette geraucht zu haben. Sie reagierte entsprechend brüskiert, schien sich aber keinerlei Sorgen zu machen.

Generell kam mir der Morgen, als ich von den Schwestern eingesammelt wurde und in den Vorbereitungsraum geschoben wurde, schon so ein wenig wie am Fließband vor. Man redete kaum mit mir und alle waren recht distanziert. Erst im Vorbereitungsraum selbst, als ich da so lag und mir schlagartig bewusst wurde, was gleich passieren wird und ich da heulend auf dem OP-Tisch lag, kümmerte sich dann die Narkose-Ärztin rührend um mich und beruhigte mich.

Sie erklärte mir auch sehr genau, was sie dann gerade tat und wie es sich für mich anfühlen sollte. Sie hielt mir eine Beatmungsmaske vors Gesicht und ließ gleichzeitig das Narkosemittel durch den Tropf einlaufen. Ich war topfit und starrte nur die Decke an. Und urplötzlich, ohne jegliche Vorwarnung wachte ich 6 Stunden später im Aufwachraum wieder auf.

Ich dachte zuerst, ich sei noch in der Vorbereitung vor der OP, doch dann fiel mir auf, das sich die Decke über mir verändert hatte.

Im Vorfeld hatte mir am Sonntag nachmittag die Narkose-Ärztin erklärt, wie es sich anfühlen wird, wenn man wieder wach wird. Der Körper wehrt sich normal ein wenig dagegen, man bekommt Schüttelfrost und ist erschlagen von allem. Doch als ich da nach 6 Stunden Operation plötzlich wieder wach wurde, war ich genau so topfit wie vor der OP. Es ging mir hervorragend, ich hatte keine Schmerzen und mir war auch nicht kalt oder Dergleichen. Ich war einfach sofort wach.

Es dauerte dann auch keine Viertelstunde, bis ich wieder aus dem Aufwachraum in mein Zimmer geschoben wurde. Es war so gegen 14 Uhr, als ich topfit in meinem Zimmer ankam und gleich erst einmal meiner Lebensgefährtin Michelle geschrieben habe, das es mir gut geht und ich wieder „da“ sei.

Etwas später, etwa zwei Stunden nachdem ich wieder in mein Zimmer geschoben worden war, postete ich das erste Bild auf Instagram und Facebook. Und etwa 10 Minuten später machte ich schon das Live-Video auf Facebook.

Mir ging es hervorragend, ich fühlte mich sehr gut, fit und schmerzfrei.

Natürlich durfte ich so früh noch nicht aufstehen und so lag ich da und freute mich über die hoffentlich gelungene Operation und vor allem über diese überwältigende Anteilnahme auf Facebook, in Whatsapp und sonst überall, wo ich so unterwegs bin.

Tag 3 – Der nächste Morgen – Übermut tut selten gut

Die Nacht war… durchwachsen. Ich hatte natürlich Schmerzmittel bekommen und jedes Mal wenn ich erneut nach Schmerzmittel fragte, bekam ich auch welches. Trotzdem bin ich mindestens alle zwei Stunden wach geworden und hatte dann Schwierigkeiten wieder einzuschlafen.

Irgendwie war die Nacht dann aber auch überstanden und es gab Frühstück. Kurz darauf, gegen 08:00 Uhr, kam dann mein persönlicher Held, Dr. Markovsky der mich operiert hatte, mit einer Traube von weiteren Ärzten und angehenden Ärzten herein. Es war die morgendliche Visite.

Dr. Markovsky sagte dann zu mir, ich solle bitte sehr, sehr langsam tun, dürfe aber gerne aufstehen und laufen.

Also tat ich, wie mein Arzt mir gesagt hatte und schwang mich vorsichtig und langsam aus dem Bett nachdem die Traube an Ärzten mein Zimmer wieder verlassen hatte.

Ich fühlte mich sehr gut und stabil, ja hätte sogar Bäume ausreißen können und so zog ich mir meinen Bademantel an und verließ langsam und vorsichtig mein Zimmer. Mir ging es wirklich gut und sogar mein Kreislauf war stabil. Ich ging einige Male den Krankenhausflur auf und ab, hin und her, bis ich mir sicher war, das ich nicht umkippen würde.

Dann schnappte ich mir eine Zigarette und ging genau so langsam und vorsichtig wie zuvor Richtung Cafeteria und Terrasse, wo der Raucherbereich ist.

Dort auf der Terrasse standen schon einige Leute beim Rauchen und es war ein großes, freundliches Hallo, als ich dort ankam. Ich zündete mir die Zigarette an und nahm einen Zug. Ich nahm einen zweiten Zug….

Und dann merkte ich, wie in mir alles anfing zu kribbeln und wie mir langsam unglaublich schlecht wurde. Ich stütze mich an einer der Säulen dort ab und sagte noch: „Mir wird auf einmal ganz schlecht“. Und im nächsten Moment wachte ich auf dem Boden liegend auf und wie sich ungefähr fünf oder sechs Leute rührend um mich kümmerten.

Tja, Übermut tut selten gut sagt man ja. In diesem Fall war ich wohl etwas zu voreilig mit meinem Kreislauf so kurz nach der OP und dem ersten Aufstehen danach. Ergo: Wer auch immer nach mir solch eine oder Ähnlich schwere OP hat, bitte, bitte mach langsam. Lauf erst mal einige Stunden hin und her und stabilisiere Deinen Kreislauf, bevor Du Dich an solch eine Aktion mit der ersten Zigarette danach wagst. Am besten warte noch mindestens einen Tag mit der ersten Zigarette.

Nun, neben meinem Kreislaufzusammenbruch auf der Terrasse hatte ich aber dann danach noch einen sehr erfreulichen Besuch von der Marita. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und hat mir etwas Abwechslung gebracht.

Tag 4 – Der zweite Tag nach der Operation

Nun, der folgende Tag war, nach einer deutlich besseren Nacht als der davor, recht ereignislos und langweilig, bis natürlich auf den Besuch von Christina, die sehr überraschend vorbei kam, nach dem sie von mir hier in meinem Blog erfahren hatte.

Tag 5 – Es ist Donnerstag, der Verband kommt ab

Und dann kam der heutige Tag an dem ich nun hier auf meinem Bett sitze und mit einem breiten Grinsen im Gesicht diesen Beitrag formuliere.

Die Nacht war wieder etwas besser als die Vorherige und ich hatte mich schon auf die Visite gefreut, obwohl ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, das ich heute sogar schon den Verband los werden sollte.

Gegen 08:00 Uhr kam dann Dr. Markovsky mit seiner Traube an weiteren Ärzten und angehenden Ärzten herein, ausgerechnet gerade zu dem Zeitpunkt, wo ich mir mein Gynokadin-Gel auf die Arme schmierte.

Er schaute sich die Bescherung unten herum an und sagte dann, das wir jetzt den Verband weg machen. Ich schaute ihn sehr überrascht und mit offenem Mund an und er nickte mir lächelnd zu. Dann kümmerte sich eine Schwester um den Verband, während alle um mich herum standen und ihr dabei zu schauten. Schlussendlich war der Verband dann weg und Dr. Markovsky sagte, das es sehr gut aussähe und ich langsam machen solle. Ich bekomme jetzt nur noch eine Einlage und ein Netzhöschen, keinen Verband mehr.

Dann gingen alle wieder und ich lag da mit breiten Beinen und den beiden Schläuchen, die unten heraus schauten. Eine Schwester brachte mir dann die Einlagen und die Höschen vorbei und ging dann auch schon wieder.

Nun, selbst ist die Frau! Ich schnappte mir mein Handy, machte zwei Aufnahmen und zog mir dann eine der Höschen an. Bevor ich sie ganz hoch zog, schob ich noch vorsichtig eine der Einlagen hinein.

Dann schnappte ich mir wieder mein Handy und schaut die Aufnahmen an…………

Du kannst Dir sicher denken, was nun kam. Ich sah das erste Ergebnis nachdem endlich der Verband ab war. Alles war total verquollen und geschwollen und trotzdem war es für mich die schönste Muschi der Welt! Die Tränen schossen mir in die Augen und ich war überglücklich! Und… endlich fühlte es sich so verdammt richtig an!

Nun, jetzt sitze ich hier auf meinem Bett, habe mir gerade die Haare am Waschbecken gewaschen, duschen darf ich ja noch nicht und schreibe den Schluss dieses Beitrags und die Tränen kommen schon wieder.

ich bin Dr. Markovsky unendlich dankbar! Was er geleistet hat, ist beinahe unmenschlich. Und ich bin sicher, wenn alles abgeschwollen ist und die Schläuche draußen sind und alles, dann bin ich die glücklichste Frau der Welt… Nein, das bin ich jetzt schon, definitiv.

So… das soll es aber für heute wieder gewesen sein. Ich werde immer einige Tage verstrichen lassen und Ereignisse sammeln, bevor ich wider etwas poste, sonst werden die Beiträge nu sehr kurz und langweilig.

Jedenfalls werde ich Dich weiterhin auf dem Laufenden halten. Und wenn ich irgendwann einmal heraus gefunden habe, wie ich hier noch einen FSK18 Bereich einrichten kann, gibt es auch noch Fotos. Aber das kann ich noch nicht versprechen.

 

*Kisses*
Christin

 

 

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5 Kommentare

  1. Na, da sage ich doch mal ganz, ganz herzlichen Glückwunsch zu Deinem Neuen Leben. Genieß jetzt
    einfach jede Minute und freu Dich auf alles, was jetzt kommen wird. Und auf die neuen Shoppingtouren
    mit allem was dazugehört. Kaufen, ohne dass was stören wird und die Blicke im Spiegel beim Vorbeilaufen.
    Ich bin so stolz auf Dich.

    Drück Dich ganz herzlich

    Stephanie

  2. Es ist wunderbar. Endlich bist du eine vollständige Frau und die OP scheint ja gut verlaufen zu sein. Ich wünsche Dir eine gute Besserung und ein glückliches neues Leben. Ich freue mich wirklich sehr für Dich und sei stolz auf Deinen Mut und Deine Kraft.

  3. Hallo Christin, dann möchte ich auch noch an dieser Stelle Dir nochmal HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH sagen und hoffe, dass der Heilungsverlauf bei Dir weiterhin so gut verläuft. Ich freue mich sehr für Dich, dass Du diesen Schritt nun geschafft hast.

    Alles alles Liebe und schnelle Genesung
    Ellen

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  1. Meine GaOP – Tage 5 und 6 nach der Operation – Stent und Katheder | tGirl - Die Geschichte einer Transfrau

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