Meine GaOP – Die zweite und dritte Woche nach der OP – Pures Glück mit ein wenig Zwicken und Zwacken

Hallo liebe*r Besucher*in,

nun sind bereits fast drei Wochen seit meiner geschlechtsangleichenden Operation am 22.01.2018 vergangen und inzwischen auch anderthalb Wochen seit meinem letzten Beitrag hier im Blog. Ich muss Dich doch auf dem Laufenden halten und weiter erzählen, wie es mir nun weiter ergangen ist.  *lächel*

Nun, nach dieser Katheter rein/raus/rein/raus/rein Geschichte am Sonntag Abend (28.01.), siehe im letzten Beitrag,  wurde dann erst einmal gewartet, dass das Blut aus der Blase gespült wird. So hatte ich ja in der Nacht dann noch eine extra Spülflüssigkeit, die in die Blase gelaufen ist und über den Katheter auch wieder ausgeschieden wurde.

Diese Spülung wurde dann am nächsten Morgen (Montag) entfernt und so war dann die Blase wieder alleine auf sich alleine gestellt, das restliche, inzwischen geronnene Blut heraus zu spülen. Natürlich musste ich dafür die nächsten Tage dann besonders viel trinken.

Eigentlich sollte der Katheter ja dann am Dienstag den 30.01. schon wieder entfernt werden. Doch ich hatte etwas Angst das die Schwellung, die das Urinieren verhindert hatte, siehe im letzten Beitrag, vielleicht noch nicht ganz weg sein könnte. So bat ich Herrn Dr. Markovsky dann am Dienstag morgen bei der Visite, den Katheter doch noch einen Tag länger drin behalten zu dürfen.

Am Montag und am Dienstag wurde der Urin in dem Katheter-Beutel dann immer dunkler, fast schwarz, bis dann am Dienstag Abend und Mittwoch Morgen, das Ganze langsam wieder heller wurde. Ein sehr gutes Zeichen, dass das ganze geronnene Blut langsam ausgeschieden wurde.

Am Mittwoch wurde dann, nach der Visite der Katheter entfernt und inzwischen kannte ich das ja schon zu Genüge und war völlig entspannt, als ich auf dem Gynstuhl saß. Mit einem kurzem Ziehen war der Katheter dann auch schon heraus und ich fragte beinahe verwundert, war’s das schon?

Etwa eine Stunde später ging ich dann das erste Mal seit Sonntag wieder selbstständig auf Toilette und… nun, was soll ich sagen? Es lief! Und zwar völlig ohne brennen oder Schmerzen… es war ein wunderbares Gefühl, wie es lief und lief und nach allen Seiten hin spritzte…. nun ja, Letzteres war jetzt nicht das beste Gefühl, aber so ist es halt, wenn einem die Harnröhre verkürzt wurde und die Schamlippen davor hängen. *grinst*  Ich war jedenfalls furchtbar erleichtert, nicht noch einen Katheter hinein bekommen zu müssen.

Tja und so war der Mittwoch noch einmal mit einem immensen Glücksgefühl verbunden und meine neue Zimmernachbarin Birgit freute sich mit mir.

Apropos Birgit… Birgit war vier Tage nach mir in die Klinik gekommen und hatte demzufolge ihre OP vier Tage nach mir. Anfangs lag sie in einem Einzelzimmer neben mir und ich bemerkte sie zuerst gar nicht.

Es war wohl am Donnerstag oder Freitag den 26.01. als auf einmal die Stationsleiterin Nicole, eine sehr, sehr nette Schwester zu mir kam und mir sagte:

Aha, inzwischen weiß es also das ganze Internet, das es Dich am Dienstag nach der OP auf der Terrasse hingelegt hat?

Ich fragte daraufhin verwundert wieso das ganze Internet? Und dann offenbarte sie mir, das es auf der Station ebenfalls noch eine Transfrau gab, die wohl meinen Blog aufmerksam las und diesen an die Schwestern der Station weiter gegeben habe.

Tja, so wird man bekannt und berühmt, durch Mundpropaganda. Ich freute mich natürlich sehr darüber, denn so konnten auch die Schwestern quasi fast live mitverfolgen, wie es mir ging und was ich so von dem Krankenhausaufenthalt hielt. Und so begab ich mich dann zu Birgit und lernte sie kennen. Das sie schon zwei Tage später dann bei mir in mein Zweibett-Zimmer kam, wusste ich da freilich noch nicht.

Nun, jetzt hieß es für mich eigentlich nur noch durchhalten, bis ich dann endlich entlassen werden würde.

Noch ein kurzes Wort zum Essen in der Klinik München-Bogenhausen…

Generell war das Essen in der Klinik echt ausreichend. Ich hatte anfangs noch gehofft, in der Klinik vielleicht vier oder fünf Kilo abspecken zu können, aber das Vorhaben habe ich dann schnell wieder auf Eis gelegt.

Das Essen war durchwegs echt lecker und es gab tatsächlich auch echt ausgefallene Sachen wie Hirsch-Ragout oder Indisches Hühnchen-Curry.

Mein Lob geht ganz eindeutig auch an die Küche der Klinik, denn – auch wenn diese für, ich habe keine Ahnung wie viele Personen kochen muss und es allen recht machen muss – so hat es immer sehr lecker geschmeckt und war immer ausreichend. Oft hat etwas die Würze gefehlt und Nudeln waren oft sehr weich gekocht, aber gerade da muss man natürlich sagen, das es auch Patienten gibt, die nicht so gut beißen können und auch essen müssen.

Ich muss aber unbedingt noch ein wirklich großes Lob aussprechen:

Dieses Lob geht an alle Schwestern und Pfleger, angehende Ärztinnen und Ärzte, Assistenzärztinnen und -Ärzte und natürlich an die jungen und hübschen Jung-Ärztinnen, die mich auf Station Eins der Klinik München-Bogenhausen so wunderbar gepflegt und behandelt haben!

Vielen, vielen Dank vor allem an:  Nicole, Diana, Anna, S., Ramon, Mirko, Julia und Andrea und an die beiden sehr, sehr netten Jung-Ärztinnen, die mich auf dem Gynstuhl immer sehr fürsorglich und lieb behandelt haben und immer ein sehr liebes und auch tröstendes Wort hatten!

Ich kann für mich selbst sagen, das Dr. Markovsky echt gezaubert hat und mir mein Leben geschenkt hat! Ich kann die Chirurgische Klinik München-Bogenhausen nur wärmstens und mit gutem Gewissen empfehlen. Und auch wenn Dr. Liedl nicht mehr dort ist, sondern Herr Dr. Markovsky nun meine OP gemacht hat, so bin ich vollstens zufrieden und sehr, sehr glücklich mit dem Ergebnis!

Den handschriftliche Brief links, legte ich am Vortag meiner Entlassung dann im Schwesternzimmer auf den Schreibtisch, umrandet mit ungefähr dreißig Schokoladentalern von Lindt.

Nun… und dann kam endlich der Samstag, der 03.02.2018 an dem ich entlassen werden sollte!

Gegen 10:30 kam meine Liebste Michelle und unsere Mitbewohnerin Lena in die Klinik um mich abzuholen. Ganz kurz vorher kam auch noch die Josefine zu Besuch und versüßte mir den Morgen.

Nach noch einer kurzen Wundkontrolle und einer Spülung der Neovagina durfte ich dann mit meinen Liebsten die Klinik verlassen.

Da meine kleine, 6 Jahre jüngere Schwester, Steffi in Rosenheim wohnt, fuhren wir dann erst einmal zu ihr um sie zu besuchen. Wie man auf dem Bild links erkennen kann, werden wir uns immer ähnlicher, was mich auch unglaublich stolz und glücklich macht.

Das war ein tolles Hallo und eine schöne Begrüßung und nach einigen Stunden süßer Unterhaltung, fuhren wir dann gegen 16 Uhr los zurück über München nach Hause nach Bodman-Ludwigshafen.

Tja und nun bin ich seit fünf Tagen schon wieder Zuhause und freue mich meines Lebens!

Inzwischen habe ich auch meine Krankschreibung von meinem Hausarzt für die nächsten zwei Wochen bekommen, sowie die ganzen Cremes und das Zubehör, das ich später noch zum bougieren und dehnen brauchen werde (Siehe Titelbild oben).

Einen sehr, sehr dicken Wehmutstropfen gab es dann noch zu verkraften:

Obwohl mein Vermieter ganz genau wusste, von wann bis wan ich im Krankenhaus sein werde und vor allem auch wieso, und obwohl er auch ganz genau wusste, das ich in den ersten Wochen nachdem ich dann wieder zuhause sein werde, nichts werde machen oder unternehmen können, klemmte er ungefähr eine Woche nach meiner OP, also auch eine Woche vor meiner Entlassung aus dem KH, einen Brief, geschrieben von seiner Hausverwaltung an meine Wohnungstür im ersten Stock.

Der Inhalt??? Nun, zum Einen war dieser Brief adressiert an Frau Christin Löhner (ehemals Alexander Löhner), was an sich schon echt frech genug war, denn so hat er mich gegenüber anderen Personen fremd-, bzw- zwangs geoutet.

Zum Anderen enthielt er die Kündigung des Mietverhältnisses aufgrund Paragraph 573a des BGB und dem rechtlichen Gesichtspunkt der sog. Einliegerwohnung. Es stand also sonst kein Grund darin.

Solch ein extrem Rückgrat-loses Verhalten hatte ich von ihm absolut nicht erwartet und im Speziellen wegen des Fremd-Outings wird er sich noch auf eine Abmahnung der Gleichstellungsstelle des Bundes freuen dürfen.

Ob die Kündigung rechtens ist, wird sich noch heraus stellen. Wir haben aber nach solch einer Aktion sicher auch keine Lust, viel länger hier wohnen zu bleiben.

Tja, das ist also der aktuelle Stand.

Wie es weiter geht, erfährst Du im nächsten Beitrag.

*Kisses*
Christin

 

 

 

.

 

Print Friendly, PDF & Email

5 Kommentare

  1. Freut mich, dass alles gut gegangen ist und du glücklich über dein Ergebnis bist 🙂 … das mit deiner Wohnung tut mir leid

  2. Schön das alles gut verlaufen ist und das du mit dem Ergebnis zufrieden bist. ☺️
    Ich habe schon in Birgit‘ s Blog gelesen, dass ihr zusammen gelegen habt.

    Was die Wohnung angeht, auf solch einen Vermieter kann man getrost verzichten. Da würde ich wohl nicht bleiben wollen.

  3. Ich finde es schön, daß alles guu verlafen ist. Ich habe diesen Weg noch vormir und diese Tagebuch bestäkt mich, diesen Weg in absehbarer Zeit zu gehen

  4. Interessant das mal zu lesen und zu sehen, für mich sind diese Infos ziemlich wichtig aber den meisten ist es zu peinlich drüber zu schreiben aber warum eigentlich? Es gehört ja zum Werdegang dazu.

  5. Die Kündigung war und ist NICHT rechtens, das kann ich dir auch so schon sagen, da meine Mutter Hausverwaltung machte.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.