IDAHOT – Die Probleme junger Trans*Menschen – Depressionen, Dysphorie, Transphobie, Mobbing, Misgendern, Unterstützung, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein

Hallo liebe*r Besucher*in,

heute, am Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHOT), habe ich ein besonderes Anliegen an Dich. Solltest Du Dich von einem der obigen Begriffe angesprochen fühlen, dann lies bitte diesen Beitrag hier ganz genau und aufmerksam bis zum Schluss durch. Gleiches gilt für Dich, wenn Du ein Vater oder eine Mutter, eine Tante, ein Freund, ein Bruder, eine Schwester eines jungen Trans*Menschen sein solltest. Warum? Nun…

Ich bin seit ungefähr zwei Wochen in einem Whatsapp Chat, in dem außer mir nur ungefähr 20 sehr junge Trans*Menschen im Alter von ungefähr 13 bis 20 Jahren drin sind. Alle stehen noch ganz am Anfang, haben noch nicht mal die Hormon-Ersatz-Therapie begonnen. Sie haben so viele Fragen und keine Antworten, so viele Probleme und keine Lösungen und so viele Schwierigkeiten gerade in der Schule, mit den Eltern oder auch mit sich selbst und keinen der ihnen sonst dabei hilft. Ich bin für jeden Einzelnen von ihnen da und helfe, wo ich kann, gebe Tipps und Informationen und erkläre alles möglichst genau. Sie vertrauen sich mir an und für sie bin ich so etwas wie eine Mama geworden, auch wenn wir uns nur über den Chat unterhalten.

Was mir dort, in diesem Chat und bei den Unterhaltungen mit diesen Kids aber immer und immer wieder auffällt ist – und das bestätigt auch meinen Eindruck von vielen anderen Bekanntschaften mit anderen Trans*Menschen Deutschland weit mit denen ich so zu tun habe – das sie echte, richtige und wirklich große Probleme haben. Dabei geht es vor allem um Probleme natürlich mit sich selbst, was ja als Trans*Person sowieso für uns „normal“ ist, aber auch – und das tut mir jedes Mal wieder in der Seele weh – um Probleme vor allem mit den Eltern oder mit Mitschülern.

Mit diesem Beitrag heute möchte ich mich einmal genau diesen Problemen widmen und hier mal ein paar Dinge absolut klar stellen, die uns alle angehen und die vor allem diesen jungen Trans*Menschen das Leben deutlich leichter machen würden.

Also, um was für Probleme handelt es sich im Einzelnen? Das wohl wirklich größte Problem, mit dem größten Potential echten Schaden anzurichten, ist die mangelnde Unterstützung, eventuelles Misgendern oder gar komplette Verleugnung oder Verstoßung von Seiten der Eltern.

Die (fehlende) Unterstützung der Eltern

Einer der Trans*Jungs wird jeden Tag mehrmals einfach grundlos von seiner Mama und seinem Papa, unabhängig voneinander, angeschrien und runtergeputzt, wobei ich selbst hier eher den Eindruck habe, dass das Problem der Eltern nicht ihr Trans*Sohn ist, sondern zwischen den Beiden selbst liegt.

Einem der Trans*Jungs, er ist 16 Jahre alt, wird verboten sich einen Binder zu kaufen, bzw. man will ihm auch keinen Binder kaufen.

Einige der jungen Trans*Menschen beschweren sich täglich darüber, das ihre eigenen Eltern und Verwandten sie ständig absichtlich misgendern, also mit ihren alten Namen ansprechen oder das falsche Pronomen benutzen (sie statt er, oder anders rum).

Mehrere der Trans*Jugendlichen in dem Chat haben jeden Tag mit wirklich schweren Depressionen zu kämpfen, so dass sie sich nicht einmal aufraffen können, einen Psychologen zu suchen, der ihnen helfen könnte. Sie lassen sich beinahe jeden Tag mit gefälschten Entschuldigungen oder an den Haaren herbei gezogenen Diagnosen Ärztlich vom Unterricht befreien.

Folgendes haben sich die Kids vorgestern erst gegenseitig erzählt:

A: könnte mein vater grade gegen die wand schlagen alta -.-
A: ja der hat mal wieder zu viel getrunken -.-
A: der trink jeden tag zu viel -.-
B: Kenn ich, meine Mam is auch jeden Tag besoffen

Einer der Trans*Jungs hat es besonders schwer mit seiner Genderdysphoria und mit Depressionen, eines der Trans*Mädchen kann nicht einmal in der Badewanne baden, aufgrund ihrer Dysphoria.

Und so höre ich beinahe jeden Tag neue Geschichten von Jugendlichen Trans*Menschen, die mir allesamt das Herz zerreißen. Aber woran liegt das?

Liebe Eltern – vor allem liebe Eltern! – Liebe Tanten, Onkel, Omas und Opas, liebe Geschwister und Freunde!

Eure Kinder brauchen Euch, sie brauchen Eure Unterstützung und vor allem brauchen sie Eure Akzeptanz und Euren Willen, für Euer Kind einzustehen und es zu verteidigen!

Transsexualität ist keine Krankheit und vor allem ist es keine Phase, die in zwei Wochen wieder vorbei ist!

Euer Kind fühlt sich im falschen Körper! Stellt Euch doch einmal selber vor, wie das für Euch wäre! Liebe Mutter oder Tante, stellt Euch doch einmal vor, Ihr müsstet Euer Leben lang mit so einem Ding zwischen den Beinen herumlaufen, ohne Brüste, mit einem markanten, männlichen Gesicht! Wie wäre das denn für Euch, in der Schule in den Gemeinschaftsumkleiden beim Sport oder Schwimmen? Wie wäre das für Euch, wenn Ihr einen hübschen jungen Mann kennen lernen würdet, Euch aber so sehr schämt wegen Eures falschen Körpers, das Ihr keine Bindung, keine Freundschaft oder gar eine Beziehung eingehen könnt? Wie wäre das für Euch, wenn wirklich jeder Euch komisch, mit einem Kopfschütteln anschaut und Euch für verrückt hielte? Wie wäre das für Euch, wenn Ihr in der Badewanne säßet und Euch für lauter Depression und Genderdysphorie wegen des eigenen Körpers am liebsten die Pulsadern aufschneiden wollen würdet???

Euer Kind ist transsexuell! Das hat nichts mit Schwul oder Lesbisch sein oder mit Perversion zu tun! Es ist transsexuell, es fühlt sich im falschen Körper, nicht mehr und auch nicht weniger.

Glaubt Ihr allen Ernstes es ist für Euer Kind in irgendeiner Weise hilfreich oder unterstützend, wenn Ihr Eurem Kind zum Beispiel das Kaufen oder Tragen eines Binderseines Packers oder von Silikoneinlagen für den BH untersagt? Glaubt Ihr wirklich, es fühlt sich dadurch besser, wenn einem Trans*Jungen, einem Kind das sich als männlich empfindet, die Brüste bis zum Bauchnabel hängen und ihn alle anstarren? Oder wenn beim Schwimmen einem Trans*Mädchen die Beule im Bikini-Höschen die Tränen der Verzweiflung in die Augen treiben???

Glaubt Ihr wirklich ihr helft Eurem Kind, wenn ihr euren Trans*Sohn, trotzdem er Euch gebeten hat es nicht zu tun, weiterhin mit dem weiblichen Namen oder mit „sie“ anredet??

Glaubt Ihr wirklich, Eure eigenen Probleme in der Ehe, mit Euch selbst, mit Eurer Gesundheit oder Eurem Job spielen für das Kind irgendeine Rolle? Wieso schreit Ihr es an, wegen nichts? Nur weil Ihr mit Eurem eigenen Leben frustriert seid?? Glaubt Ihr nicht, Euer Kind ist nicht schon mit sich selbst verzweifelt genug?

Liebe Eltern, reißt Euch zusammen! Versteht und unterstützt Eure Kinder, anstatt sie zusätzlich zu ihren eigenen Problemen mit dem eigenen Körper noch seelisch fertig zu machen!

Laut mehrerer, renommierten Studien haben 33% aller Trans*Menschen einen ernsthaften Selbstmordversuch hinter sich! 50% haben bereits ernsthaft darüber nachgedacht, sich umzubringen. Über 80% aller Trans*Jugendlichen werden in der Schule oder im Bekanntenkreis gemobbt, ausgegrenzt, tätlich angegriffen, etc!!!

Liebe Eltern! Bitte sorgt doch wenigstens dafür, das Euer Kind nicht zu den ersten 33% oder den 50% gehört und dabei vielleicht sogar erfolgreich ist!!! 

Solltet Ihr dabei Hilfe brauchen, wendet Euch doch bitte an eine der wirklich erfahrenen Beraterinnen der dgti – Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. – Wir können Euch helfen und beraten!

Transphobie (und Homophobie), Mobbing, Intoleranz

Neben der fehlenden Unterstützung, ja meist sogar regelrechten Ignoranz vieler Eltern, gibt es natürlich noch das, was die breite Öffentlichkeit, die Gesellschaft, die Schule bei diesen jungen Trans*Menschen anrichtet.

Jeden Tag höre oder lese ich von wieder einem neuen Anschlag auf die Menschenwürde oder von einem neuen, schlimmeren Auswuchs der Menschenfeindlichkeit. Und ich spreche hier nicht von Krieg und Zerstörung in den Dritte-Welt- oder den arabischen Ländern, was an sich schon echt schlimm genug ist. Aber davon wird in den Medien jeden Tag berichtet. Nein, ich spreche von Mord, Hass, Wut und groben Menschenrechts-Verstößen gegen alles was sich außerhalb der Geschlechternorm empfindet oder alles, was nicht in das altbackene, homo- und transphobe Bild eines Donald Trump oder eines Recep Tayyip Erdoğan passt.

Junge Trans*Frauen werden tot geprügelt wie unlängst erst mehrmals in Brasilien oder in der Türkei geschehen. Trans*Personen werden ohne jeglichen Grund, einfach nur aus Hass vor dem Anders sein, getötet, misshandelt, vergewaltigt, gemobbt, gedemütigt, diskriminiert und in den Müll geworfen.

Der türkische Präsident Erdoğan lässt Gefängnisse nur für Homosexuelle und Transgender Personen bauen.

Texas erließ unlängst ein Gesetz, das Lehrer dazu zwingt, junge Trans*Schüler oder Schüler, deren sexuelle Orientierung von der „Norm“ abweicht , die also schwul, lesbisch oder bisexuell sind, ohne deren Wissen, geschweige denn ohne deren Einverständnis, bei deren Eltern oder Erziehungsberechtigten zu outen.

Ein acht Jahre alter Trans*Junge wurde aus seiner Pfadfinder-Gruppe geschmissen, weil er transgender ist.

In Orlando wurden über 50 Personen in einem Nachtclub dahingeschlachtet, weil sie schwul waren.

Akansas erließ ein Gesetz, dass das ganze Leben als Trans*Person als illegal und gesetzwidrig bestimmt.

Der junge Wrestler Mack Beggs wurde dazu genötigt nur gegen Mädchen seines Alters zu kämpfen anstatt gegen die Jungs, nur weil er irgendwann einmal eben in einem Mädchenkörper zur Welt gekommen war. Natürlich gewann er jeden einzelnen der Kämpfe. Und danach war das Geschrei der anderen Eltern groß wegen Doping oder unfairem Verhalten.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, erließ ein Gesetz das es Transgender Personen verbietet in der US-Army zu dienen. Das aber eben diese Transgender-Personen vor ihrem Coming Out eine gute Arbeit geleistet haben und die USA gut verteidigt haben, interessiert niemanden.

Und wer denkt, so etwas passiere nur irgendwo in den USA, in Brasilien, der Türkei oder sonst wo, der irrt!

Man liest beinahe jede Woche von einem hässlichen Übergriff auf Transgender Personen zum Beispiel in Berlin, Hamburg oder Leipzig. Sie werden zusammen getreten, krankenhausreif geschlagen und man muss als Transgender Person wie ich eine bin, inzwischen wirklich tagtäglich Angst davor haben, das einem selbst etwas Ähnliches passieren könnte.

1. Toleranz gegenüber allem Andersartigem

Es gibt auf dieser Erde eben nicht nur Schwarz oder Weiß. Die Welt ist bunt und vielfältig, genauso wie das Leben. Frei nach dem Motto aus „Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit“:

Bunt ist das Dasein und granatenstark!

Es gibt Afro-Amerikaner, Asiaten, Europäer… es gibt Engländer, Schweizer, Polen, Amerikaner, Mexikaner, Dänen, Türken, Deutsche… es gibt Christen, Islamisten, Moslems, Juden, Buddhisten…. es gibt Schwule, Lesben, Pansexuelle, Heteros… Es gibt Audi, Skoda, Ferrari, Opel, VW, Trabbies… es gibt viele, viele Arme und auch sehr viele Reiche, dazwischen immer weniger… es gibt Rosen, Orchideen, Gänseblümchen, Ameisen, Elefanten, Bienen und Wespen… es gibt Frauen, Männer, Agender, Bigender, Intersexuals, Non-Binaries… tja und eben auch Transgender, Transsexuelle Personen. Wir alle leben auf einer Welt, auf einer sehr zerbrechlichen und empfindlichen Welt und wir alle müssen miteinander auskommen. Ich weiß, da ist der fromme Wunsch Ursprung des Gedankens, aber es muss doch möglich sein, friedlich und tolerant nebeneinander zu leben.

Erwarte das Unerwartete und freue dich einfach über die Vielfältigkeit des Lebens. Andersartigkeit ist nichts Schlechtes. Es ist genau so normal, wie Du es bist!

Bitte höre auf uns anzustarren und dabei ungläubig den Kopf zu schütteln. Wir sind schon lange keine Exoten mehr und auch nicht im Zirkus.

2. Benutze das richtige Pronomen

Vor Dir steht ganz offensichtlich eine Frau. Sie ist hübsch geschminkt, trägt Stiefeletten mit acht Zentimeter Absatz, hat lange, rot gefärbte Haare, einen schönen Rock und eine Bluse an. Sie mögen sie vielleicht sogar hübsch finden, anziehend. Doch dann beginnt sie zu sprechen. Du machst kurz die Augen zu und siehst einen Kerl vor Deinem inneren Auge… und schon ist es geschehen, Du sprichst sie direkt mit „Herr“, „er“, „ihn“ oder ähnlichen, männlichen Pronomen an.

Du kannst Dir gar nicht vorstellen, was solch ein winzig kleines, für Dich völlig unbedeutendes Wort, die falsche Anrede, das falsche Pronomen, in uns anrichtet und in uns auslöst. Es stürzen in einem ganze Welten zusammen… die Hoffnung, endlich als Frau angesehen zu werden wird komplett und auf brutalste Weise zerstört.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie Du jemanden ansprechen sollst, dann frag doch bitte einfach nach! Eine kurze Frage wie „Wie möchten Sie angesprochen werden?“, löst sämtliche Probleme und Krisen die durch eine falsche Anrede ausgelöst werden.

Diese eine kurze Frage zeigt uns, das Du dich für unser Wohlbefinden interessierst, das es Dir nicht egal ist, wie es uns geht und das Du verstanden hast, wie es uns geht! Ich freue mich jedes mal sehr, wenn mir diese kleine Frage gestellt wird.

Aber Vorsicht! Nimm die Person die Du fragen möchtest zur Seite. Stelle die Frage unter vier Augen. Denn sonst riskierst Du die Person in große Verlegenheit zu bringen oder gar ein ungewolltes Outing der Person gegenüber Fremden.

3. Ich weiß sehr wohl selbst, das ich normal bin

Es gibt immer wieder Situationen, wo ich mich ungewollt outen muss, wo ich erklären muss, das ich eine Transgender Person bin, also eine Frau in einem männlichen Körper. Sei es beim Arztbesuch oder in der Damenabteilung eines Kaufhauses. Sobald man meine Stimme hört, ist das beste Passing vorbei und der vermaledeite männliche Körper verrät sich selbst.

Meinst Du wirklich ich will dann hören, wie normal ich trotz alle dem bin? Möchte ich dann von Dir eine Erklärung hören, wie tolerant Du doch bist und das Du kein Problem damit hast?

Nein, das möchte ich definitiv nicht hören, auch wenn Du es wahrscheinlich nur lieb meinst. Lass doch einfach Taten sprechen und behandle mich einfach ganz normal so wie Du jede andere Frau oder jeden anderen Mann behandeln würdest, ohne darauf zu achten, ob die Stimme nun zum Aussehen passt oder nicht! Erwähne mir gegenüber nicht, das Du gemerkt hast, das bei mir etwas nicht zusammen passt und wie tolerant Du darüber bist. Zeige es mir stattdessen dadurch, das Du einfach gar nicht reagierst und mich einfach ganz normal behandelst, wie jeden anderen auch!

4. Zuerst denken, dann den Mund auf machen

Im November 2015, einen Monat nach meinem Coming Out, hatte ich eine Begegnung der „Dritten Art“, meine erste, wirklich negative Reaktion auf mich. Damals war ich gerade bei uns im Bürogebäude auf der Damentoilette, war fertig mit meinem Geschäft und wollte, nach dem obligatorischen Hände waschen, die Toilettenräumlichkeiten verlassen, als just in dem Moment die Tür auf ging und eine Frau herein kam, die ich von meinen Raucherpausen her schon kannte.

Sie stutzte und starrte mich dann entgeistert an. Dann fuhr sie mich an: „Was denken Sie sich denn eigentlich?? Sind Sie denn schon umoperiert??“.

Liebe*r Besucher*in, damals fiel mir der Putz aus dem Gesicht vor Schreck, Schamgefühl und auch Angst. Deshalb konnte ich darauf nichts erwidern und flüchtete einfach, ohne ein Wort zu sagen. Damals war ich noch sehr verschüchtert und empfindlich, sehr labil und ohne Selbstbewusstsein. Das kam erst ein wenig später, je mehr ich mich in mein neues Leben rein gefunden hatte. Viele von uns sind aber auch später und sogar nach der Operation noch genau so labil und solch ein Verhalten fördert das Selbstbewusstsein nicht wirklich.

Was ich damit sagen will ist, niemanden geht es etwas an, was ich zwischen den Beinen habe oder nicht habe! Es gibt Dinge, die sind einfach Privat und müssen Privat bleiben. Und genau so gibt es natürlich demnach auch Fragen, die man nicht stellen sollte. Auch solche Feststellungen wie „Sie müssen aber eine schwere Kindheit gehabt haben“, sind völlig unnötig. Natürlich hatte ich die.

Bitte zuerst denken, dann reden.

5. Der Tollpatsch schlägt zu – Versprecher sind nicht schlimm!

Jeder macht mal Fehler, keine Frage. Und natürlich bin auch ich davor nicht gefeit. Sollte Dir doch einmal ein falsches Pronomen, die falsche Anrede heraus rutschen, ist das nicht schlimm, es ist menschlich. Aber bitte sei dann wenigstens so umsichtig dich auch zu verbessern und dich kurz zu entschuldigen.

Ich halte niemanden für grundsätzlich Böse oder unterstelle jemandem grundsätzlich böse Absichten. Jeder macht Fehler – Fehler sind Menschlich.

Und sicher ist dieser Tipp für die Meisten auch nichts Neues, trotzdem gerate ich immer wieder in Situationen wo mir genau so etwas passiert.

6. Ignoriere mich, meine Identität und meine Wünsche nicht!

Wenn Du auf das richtige Pronomen, die richtige, für Deinen Gegenüber passende Anrede hingewiesen wurdest, dann halte dich bitte auch daran. Es ist wirklich wichtig für uns Transgender Personen, dass Du dir diese Information zu Herzen nimmst und beachtest, bzw. dich daran hälst.

Mit das Aller wichtigste für uns Transgender Personen ist unsere Identität. Und gerade Namen und Anreden, Pronomen machen den größten Teil der offensichtlichen Identität aus. Der Identität, die nach außen hin sichtbar ist und auch Fremden gegenüber vertreten wird.

Wenn dieser mit wichtigste Teil konsequent und gar mutwillig von Dir ignoriert werden würde, wäre das wirklich schlimm für mich und eine außerordentliche, psychische Belastung.

Es ist extrem wichtig für uns, von Dir in unserer, von uns gewählten Identität erkannt und respektiert zu werden.

Es ist extrem wichtig für mich, sein zu dürfen, wer ich nun mal bin.

 

Danke fürs Lesen… und verinnerlichen!

*Kisses*
Christin

 

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2 Kommentare

  1. ICH HOFFE SO SEHR DAS EINES TAGES DER GANZE INTOLERANTE IRRSINN EIN ENDE HAT, ABSCHAFFUNG VON RELIGIONEN WÄREN DA EIN ANFANG DA GERADE DIE LEIDER AM MEISTEN NEBEN DER ERZIEHUNG AN HASS, INTOLERANZ UND CO, SCHULD TRAGEN UND NUR ZU GERNE ALS AUSREDE FÜR BÖSWILLIGES VERHALTEN GENUTZT WERDEN.

  2. Gerade weil es die Jugend so schwer hat möchte ihnen einen Text geben zum Trost, ich weiß ihr erlebt die Hölle, ich kenne das aber bitte gebt nie auf, ihr alle seid wertvolle Menschen, mit jeden weniger verliert die Welt ein Stück Glanz mehr!

    Ich bin ich!

    Gehör ich hier denn noch dazu
    oder bin ich längst schon draußen?
    Zeit nimmt sich den nächsten Flug.
    Hab versucht ihr nachzulaufen.
    Bin doch gestern erst geborn
    und seit kurzem kann ich geh’n.
    Hab mein Gleichgewicht verlor’n
    doch kann trotzdem grade stehn.

    Ich bin jetzt!
    Ich bin hier!
    Ich bin Ich!

    In meinem Kopf ist so viel Wut.
    Gestern Nacht konnt ich nicht schlafen.
    Dass du da warst tat mir gut.
    Bitte stell jetzt keine Fragen.
    Denn ich würde nur bereu’n
    hätt ich mich an dir verbogen.
    War bestimmt nich immer treu.
    doch ich hab dich nie betrog’n.

    Ich bin jetzt!
    Ich bin hier!
    Ich bin Ich!

    Ich muss mich jetzt nich finden.
    Lass mich nur nich verliern.
    Bin doch gestern erst geborn
    und seit kurzem kann ich gehn.
    Hab mein Gleichgewicht verlorn
    doch kann trotzdem grade stehn.

    Ich bin jetzt!
    Ich bin hier!
    Ich bin Ich!

    Wir sind jetzt!
    Wir sind hier!
    Wir sind Wir!

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