Ein neuer Abschnitt im Leben – Viele Veränderungen, Umzug, TV-Dokumentation, Zeitungsartikel, Ehrenamtsmesse, Hochzeit, und und und

Hallo liebe*r Besuche*r,

lange ist es her, das ich hier etwas geschrieben habe. Aber ich hatte ja versprochen, Dich auf dem Laufenden zu halten.

Umzug

In meinem Leben geht es zur Zeit etwas Drunter und Drüber. Wie ich ja schon einmal angekündigt hatte, wurden wir von unserem Vermieter gekündigt und wir, respektive ich musste mir eine neue Bleibe suchen. Michelle, meine Lebensgefährtin und baldige Ehefrau, sollte mit mir zusammen in die dann neue Wohnung einziehen. Wir haben sehr lange gesucht – suchen müssen – bis wir dann endlich durch einen sehr lustigen Zufall nun auch eine neue Wohnung gefunden haben. Wir ziehen nach Stockach, gerade einmal 8 km von meiner bisherigen Wohnung entfernt.

Wie ich an diese Wohnung gekommen bin ist eine recht lustige Geschichte. Unsere neue Vermieterin hatte die Zeitungsanzeige, die ich geschrieben hatte, zuerst einmal in den Müll geworfen, bevor sie sich daran dann erinnert hatte, sie noch einmal heraus gefischt hatte und mich dann telefonisch kontaktiert hat. Eine  sehr nette Frau, die uns nach vielen, vielen Absagen dann doch noch eine Wohnung, einen Neubau anbieten konnte. Die Besichtigung war dann sehr schön, fast freundschaftlich und unsere neue Vermieterin stieß sich auch nicht daran, das wir zwei Transsexuelle Frauen sind.

Seit dem 23. Juni – die folgenden zwei Wochen hatte ich mir für den Umzug Urlaub genommen – waren wir dann dabei, die alte Wohnung zu entrümpeln und alles in die neue Wohnung zu schaffen, deren Schlüssel wir leider erst am 27. Juni bekommen hatten. So blieben uns ganze drei Tage, um den Umzug dann tatsächlich auch vollziehen zu können.

Am Donnerstag, den 28. Juni hieß es dann, alles in einem Gewaltakt rüber in die neue Wohnung zu schaffen. Hierzu hat sich unsere gute Freundin Anna aus Vorarlberg dazu bereit erklärt, mit ihrem 12-Tonner LKW uns zu unterstützen. Damit hatten wir die Möglichkeit, alles in enem Rutsch einfach einzuladen, rüber zu fahren und wieder auszuladen, ohne mehrmals hin und her fahren zu müssen.

Heute ist Mittwoch, der 4. Juli und der dritte Arbeitstag wieder nach meinem Umzugs-Urlaub. Mein Körper tat am Wochenende an Stellen weh, die ich vorher noch nicht mal gekannt hatte. Aber zwischenzeitlich sind wir in der neuen Wohnung vollständig angekommen und uns bleibt nun für die nächsten 11 Tage nur noch, die alte Wohnung Abnahme-geeignet wieder her zu richten.

Auch hierzu haben wir Unterstützung in Form eines VW Caddy und eines Anhängers bekommen, womit wir nun morgen und am Freitag alles was irgendwie nach Müll aussieht aus der alten Wohnung zum Wertstoffhof fahren werden. Danach geht es ans renovieren, bzw. feststellen der Schäden oder Stellen, die ausgebessert werden müssen.

Alles in Allem ein gelungener und überschaubarer, wenn auch sehr anstrengender Umzug.

Meine neue Adresse, möchte mich jemand besuchen kommen, kann im Impressum nachgelesen werden.

TV-Dokumentation über mich

Wie ebenfalls schon mehrmals in der Vergangenheit angedeutet, soll ja auch noch eine zweiteilige TV-Dokumentation über mich, mein Leben und was ich so für die Trans* Menschen in meiner Region tue, gedreht werden. Nun, wir sind bereits mitten in den Dreharbeiten und es macht extrem viel Spaß.

Nadja und Eike, die nun schon mehrmals bei uns waren und diese Dokumentation über mich machen, sind extrem liebe und humorvolle Menschen und es macht sehr viel Spaß mit ihnen zu arbeiten.

Zuletzt war Eike am Freitag bei mir und hat ungefähr 180 Video-Sequenzen gedreht, wie ich verschiedene Kisten packe, Bilder anschaue und anderes mehr.

Demnächst werden wir dann alle nach Wilhelmsdorf fahren, wo ich ja aufgewachsen bin, eventuell meine Mutter interviewen oder zumindest auf jeden Fall durch den Ort spazieren und die Schule anschauen, auf der ich war.

Ein Sendedatum gibt es leider noch nicht, ich werde Dich aber natürlich informieren, sobald ich da Genaueres weiß. Auch wird die Dokumentation dann natürlich auch online als Video verfügbar sein.

Zeitungsartikel

Am Samstag, den 16. Juni 2018 war es dann endlich so weit und Benjamin Brumm vom Südkurier Konstanz veröffentlichte seinen Artikel über mich und mein Leben. Ich muss sagen, er hat da echt einen sehr tollen Artikel über mich geschrieben und das dieser sogar eine ganze Seite im Südkurier einnahm, verblüffte mich und machte mich sehr stolz. Insbesondere dieses riesige, sehr dominante und vor allem pinke Transgender Symbol hat wohl dazu geführt, das sicher 75% aller Südkurier-Abonnenten diesen Artikel auch gelesen haben dürften.

Dies zeigt auch die Tatsache, das ich von völlig wildfremden Personen schon mehrmals seitdem auf diesen Artikel angesprochen wurde. Alle äußerten sich sehr positiv über den Artikel und zollten mir ihren Respekt.

Es geht in diesem Artikel, wie bei fast allen anderen auch bisher, ganz alleine um mich und meine Transition, meinen Weg als Frau und womit ich zu kämpfen hatte und habe.

Für diesen Beitrag wurde sogar auch Dipl. Psych. Lisa Waelder-Vollmer, die Psychotherapeutin unserer Wahl hier im Hegau, interviewt und auch sie war hellauf begeistert von dem Resultat.

….hier findest Du den Artikel in der Online-Version direkt beim Südkurier

Die erste Ehrenamtsmesse Radolfzell

Am Samstag, den 23. Juni fand dann in Radolfzell im Milchwerk die allererste Ehrenamtsmesse Radolfzell statt. Hier links siehst Du den Stand, den wir dafür aufgebaut haben.

Michelle, meine Lebenspartnerin und ich, vertraten dort ganze drei Vereine auf einmal! Michelle vertrat die beiden Vereine Trans* SHG Hegau (Unsere Selbsthilfegruppe) in ihrer Eigenschaft als zweite Vorsitzende, und den CSD Konstanz e.V. als dritte Vorsitzende. Ich vertrat neben diesen beiden Vereinen als erste Vorsitzende zusätzlich noch den Verein Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (kurz dgti e.V.), bei dem ich ja offizielle Beraterin bin.

Trotz das, laut einiger Zeitungen, diese erste Ehrenamtsmesse recht mager besucht war, war unser Stand eigentlich fast ständig von mindestens einem Besucher „belagert“, der oder die sich für unsere Arbeit und vor allem für meine Person interessierten. Da ja direkt eine Woche vorher der ganzseitige Zeitungsartikel über mich im Südkurier erschienen war, war das Interesse an meiner Person sehr groß und so konnte ich auch sehr viel über unsere Vereine und unsere Arbeit erzählen.

Hier findest Du zum Beispiel den Artikel vom Südkurier über diese Messe, worin auch ich mal wieder namentlich erwähnt werde. Auch das Singener Wochenblatt berichtete darüber

Hochzeit

Kommen wir zu dem Abschnitt, der Dich ebenfalls sicher brennend interessiert. Michelle hatte mir vor einem Jahr einen Heiratsantrag gemacht und seit dem sind wir ja verlobt. Nun wurde ja im Oktober 2017 die Ehe für alle beschlossen und so können wir beide auch endlich heiraten.

Auch das ist eigentlich schon seit längerem klar und auch bekannt. Nun wollen wir aber langsam auch tatsächlich Nägel mit Köpfen machen.

Aktuell sieht es so aus, das wir beide vermutlich im August 2018, spätestens aber im September 2018 standesamtlich heiraten werden. Dies wird in einem sehr kleinen Kreis stattfinden und nur engste Familienmitglieder und Freunde sind dazu eingeladen.

Allerdings planen wir für Mitte 2019 eine größere Hochzeitfeier, die dann in einem keltischen Rahmen stattfinden wird. Da Michelle konfessionslos ist dürfen wir ja nicht kirchlich heiraten, mal ganz davon abgesehen, das wir das auch gar nicht wollen. Was wir aber wollen ist trotzdem eine große Hochzeit mit vielen Gästen, großen Feierlichkeiten, viel Speis und Trank. Und da wir beide große Mittelalter-Fans sind und auch oft auf Mittelaltermärkten unterwegs sind, haben wir uns für eine mittelalterliche-keltische Hochzeitsfeier entschieden.

Wann genau diese stattfinden wird, muss noch ausgeknobelt werden. Du wirst auf jeden Fall informiert werden.

Ach ja… so wie es aussieht, wird das wohl im August oder September 2018 die allererste deutsche gleichgeschlechtliche Ehe zwischen zwei Trans* Personen und damit auch wieder ein gefundenes Fressen für die Presse. Ob das tatsächlich der Fall ist, wird sich zeigen.

Sooo… das war mal wieder viel zu schreiben und genau so viel für Dich zu lesen (wer hätt’s gedacht). Und wie immer, habe ich vermutlich mindestens noch mal so viel einfach vergessen oder unterschlagen. Zwischen all dem was ich oben geschrieben habe, mache ich natürlich auch noch meine Vorträge an den regionalen Schulen und Universitäten zu den Themen Trans- und Homophobie, Mobbing und Toleranz und Akzeptanz in der Gesellschaft, organisiere und mache ich die CSD Parties in Konstanz, die unseren CSD finanzieren, organisiere und mache meine monatlichen Selbsthilfe-Treffen in Radolfzell, mache die Beratungs-Tätigkeiten bei der dgti und bin inzwischen wohl überhaupt die Gesamtdeutsche Trans*Mama für alle Trans*Kids. Alles und jede*r kommt zu mir und braucht Hilfe, Beratung oder einfach nur eine Schulter zum ausheulen. Und ich bin immer für jede*n da. Zwischendurch mache ich dann noch so nebenbei meine Brustaufbau-OP und meine Korrektur-OP der GaOP.

Mir wird jedenfalls sicher nicht langweilig. 😛

So, wie immer gilt… auch der nächste Bericht wird folgen und Du bleibst definitiv auf dem Laufenden.

*Kisses*
Christin

 

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5 Kommentare

  1. Ich bin ja auch einer dieser Menschen die nicht mehr weiter wussten, die zu dir gekommen sind um Hilfe zu erhalten bevor es zu spät ist und die Hilfe, die hast du mir gegeben, dafür bin ich dir unendlich dankbar und stehe tief in deiner Schuld. Wenn ich nicht wüßte das es Menschen wie dich gibt die helfen und zu einem halten, ich weiß nicht was passiert wäre… mir steht noch ein sehr langer Weg bevor aber solange ich Menschen wie dich habe, und sei es nur zur moralischen Unterstützung, weiß ich das ich mich nicht ehr aufgeben werde, nie wieder!

    Danke für alles, in Liebe, Danielle.

    • Danielle, vielen Dank für Deine lieben Worte! Wenn Du Fragen oder Probleme hast, dann komm zu mir, schreib mich an, ruf mich an… whatever… frag mich. 🙂
      LG Christin

      • Das werde ich gerne tun, habe auch deinen Rat befolgt und war gestern in Köln, habe dort mit Hannuh gut gute 2 1/2 Stunden geredet, es war gut das ich das tat, es tröstet das es Menschen gibt die einen ernst nehmen und helfen, das man weiß, man ist nicht alleine denn genau das dachte ich mein Leben lang, ich sei alleine und irgendwo war ich das ja auch. Das nächste was ansteht ist der gang zum Psychologen, werde aber bis Montag warten, es meiner Mutter erklären, egal ob es ihr gefällt, ich werde hingehen aber ich will ihr auch reinen Wein einschenken, sie ist meine Mutter und verdient ehrlichkeit. Ich muss dann aber abklären wan ich die Termine haben kann (am besten fest, zbsp. immer Mittwochs zur selben Zeit) da ich dann auch mit meinen Vorgesetzten reden muss damit ich die Einsatzpläne so erhalte das ich auch hingehen kann (Ständiges Sichthobbing ist normal bei uns, es gibt keine Kontinuierlichkeit oder Plansicherheit, leider). Warum geht den Arbeitgeber aber erst mal nichts an.

        PS: Menschen wie dich, die kann man nicht in Gold aufwiegen.

        Lieben Gruß, Danielle.

  2. Ich freue mich auch richtig doll das du endlich heiraten kannst, bin auch froh das die AFD hier nichts erreichen kann, was geht denen das Leben anderer Menschen an? Vielleicht finde ich ja auch irgendwann auch „den Menschen nur für mich allein“ (Zitat aus Chobits, einen Romantikmanga), irgendwann werde ich frei sein, ich sein, glücklich sein, dann stehe ich mir auch selbst nicht mehr im Wege, kann mich selbst lieben und andere.

    PS: Für mich wirst du immer meine zweite Mama sein.

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