Der grundsätzliche Weg

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Der Weg eines Transgender, also eines Menschen der sich in seinem Geburtsgeschlecht falsch fühlt und seinen Körper seinem Innersten Wissen, Fühlen und Denken angleichen möchte, besteht aus zwei völlig voneinander unabhängigen Pfaden:

Beide Pfade sind, wie gesagt völlig voneinander unabhängig und können auch gleichzeitig begonnen und nebeneinander beschritten werden. Einzige Einschränkung: Für den rechtlichen Weg benötigt man eine Bescheinigung, das man die psychotherapeutische Begleittherapie (Erster Schritt des medizinischen Wegs) begonnen hat.

Zu Allererst

Das Coming Out

Schafft man es nicht mehr diese Lüge zu leben, sich ständig zu verstecken und zu verkleiden, dann beginnt man seinen Weg zum angeglichenen Körper. Dieser startet natürlich immer mit dem sogenannten Coming Out oder auch Outing. Eine sehr große Hilfe hierbei und auch schon vorher um gewisse Entscheidungen leichter treffen zu können, können dabei zum Beispiel die Berater*innen von der dgti e.V. – Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität – sein.

Der medizinische Weg

Erster Schritt – Die psychotherapeutische Begleittherapie

Um überhaupt erst einmal den ganzen, schweren Weg beginnen zu können, ist die allererste Grundvoraussetzung der Gang zum Psychologen*in oder Psychotherapeuten*in. Hierzu braucht man in Deutschland keine Überweisung von einem Hausarzt oder Dergleichen. Man setzt sich einfach mit einem, möglichst trans*-erfahrenen Therapeuten*in in Verbindung, macht einen oder gleich mehrere Termine aus und geht dort dann hin. Man sollte allerdings die Krankenkassenkarte (Versichertenkarte) nicht vergessen, denn der*die Therapeut*in rechnet die Therapiesitzungen dann direkt mit der Krankenkasse ab.

Die psychotherapeutische Begleittherapie ist Grundvoraussetzung für alles Andere. Man muss 18 Monate, also anderthalb Jahre ununterbrochene und regelmäßige Therapie machen um dann am Ende des ganzen Weges die geschlechtsangleichende Operation machen zu können.

Am Besten lässt man sich gleich zu Beginn der Therapie dann auch eine Bescheinigung ausstellen, das man diese Therapie macht, denn damit kann man dann direkt den Antrag auf die Vornamens- und Personenstandsänderung stellen (der rechtliche Weg).

Außerdem brauchst Du die beiden Gutachten von der Vornamens- und Personenstandsänderung nachher, um die geschlechtsangleichende Operation beantragen zu können.

Zweiter Schritt – Die Indikation – Beginn der Hormon-Ersatz-Therapie

In der Regel bekommt man dann nach acht, neun oder zehn Sitzungen Therapie, wenn sich der*die Therapeut*in sicher ist das man transident ist, die sogenannte Indikation. Die Indikation ist ein kurzes Schriftstück wo drin steht, das man Transsexuell nach ICD-10 F64.0g ist und diese Diagnose als gesichert gilt. In der Indikation sollte dann auch drin stehen, das die gegengeschlechtliche Hormon-Ersatz-Therapie (HET) vom Therapeut*in befürwortet wird.

Mit dieser Indikation kann man dann einen möglichst trans*-erfahrenen Endokrinologen (Hormonarzt) aufsuchen und sich die Hormon-Ersatz-Therapie (HET) verschreiben lassen.

Ganz so einfach geht es dann doch nicht. Man macht beim Endokrinologen einen Termin aus. Dort wird dann Blut abgenommen um die Hormon-Startwerte zu haben. Dann macht der Endokrinologe noch ein oder zwei weitere Termine aus um noch einige Tests und Untersuchungen zu machen. Dazu gehört zum Beispiel ein Leistungs-EKG, eine Sonographie (Ultraschall) und manchmal auch eine Knochendichtemessung.

Sind alle Ergebnisse da und in Ordnung, bekommt man dann vom Endokrinologen das Rezept für die Medikation. Das sind in der Regel ein Testosteron-Blocker wie Androcur, Cyproteranacetat (CPA) und ein Östrogen-Präparat wie Gynokadin-Gel, Estrifam oder Estrogel.

Mit dem Rezept geht man zur nächsten Apotheke und holt sich die Medikamente. Damit beginnt die Hormon-Ersatz-Therapie (HET).

Die HET sorgt dafür, das man eine ganz normale, zweite Pubertät durch macht. Im Falle von Transfrauen, also Mann-zu-Frau Transgendern, beginnt eine echte, normale weibliche Pubertät und im Falle von Transmännern, beginnt die männliche Pubertät.

Im Laufe der nächsten zwei, drei oder vier Wochen nach Start der HET wird man dann langsam bemerken, wie sich der Körper sehr, sehr langsam verändert.

Bei Transfrauen werden die Brustwarzen empfindlicher werden und die Brust wird anfangen zu spannen und sehr langsam zu wachsen. Auch kann es zu Brustwachstumsschmerzen kommen, die aber völlig normal sind. Auch junge Mädchen haben damit in ihrer Pubertät zu kämpfen.

Bei Transmännern wird man bemerken, wie sich ganz langsam ein Stimmbruch einstellt und die Stimmer tiefer und dunkler wird.

Mehr Informationen zur Wirkung von Hormonen und der Hormon-Ersatz-Therapie gibt es hier: Hormon 1×1

Dritter Schritt – Das Vorgespräch mit dem Operateur für die GaOP

Nach einigen Monaten begleitende Psychotherapie, am besten so in der Hälfte der 18 Monate oder auch noch danach, ist es dann sinnvoll, sich nach dem Operateur umzuschauen, bei dem man die geschlechtsangleichende Operation machen will.

Die Klinik bei der Du schlussendlich die Operation machen lassen willst, verlangt (in der Regel) alleine nur für die Termin-anfrage für die geschlechtsangleichende Operation das folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • 18 Monate durchgängige Begleittherapie
  • 12 Monate Hormon-Ersatz-Therapie
  • Ärztebrief vom Vorgespräch mit dem Operateur
  • Fachärztliche Indikation mit Empfehlung der Operation
  • Medizinischer Verlaufs- und Abschlussbericht des Endokrinologen
  • Verlaufsbericht des*der begleitenden Therapeuten*in
  • Die beiden unabhängigen Gutachten von der Vornamens- und Personenstandsänderung

Man sucht sich also zwei oder mehr Ärzte für die Operation aus, deren Methoden einem zusagen und macht mit ihnen jeweils einen Termin für das Vorgespräch aus. Man bekommt danach, einige Tage später dann auch den jeweiligen Ärztebrief zugeschickt, wo drin steht, das man aufgeklärt wurde, etc.

Nach diesen Vorgesprächen ist man in der Regel deutlich schlauer als vorher und kann sich dann auf einen Operateur festlegen, bei dem man die Operation tatsächlich dann machen will.

Vierter Schritt – Warten, warten, warten…

Der lange und beschwerliche Weg zum richtigen, angeglichenen Körper besteht in erster Linie und hauptsächlich aus ganz viel Warten und Hoffen. Zwischendurch kann man die Vornamens- und Personenstandsänderung anstreben und hat so ein wenig Abwechslung zwischen drin.

Grundsätzlich heißt es aber: Warten.

Bis es weiter gehen kann, musst Du die 18 Monate Begleittherapie voll haben. Viele Krankenkassen verlangen auch mindestens 12 Monate Hormon-Ersatz-Therapie. Also wirst Du warten müssen, bis beides erfüllt ist.

Fünfter Schritt – Die fachärztliche Indikation

Kurz vor Ende der 18 Monate Begleittherapie ist es sinnvoll, falls der  begleitende Therapeut*in nur ein Diplom-Psychologe und kein Facharzt (für Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie, etc) ist, Termine bei einem solchen Facharzt anzufragen und wahrzunehmen. Viele Kliniken, die die abschließende, geschlechtsangleichende Operation machen, verlangen die Indikation von einem Facharzt. Ohne diese wirst Du nicht weiter kommen. Allerdings benötigst Du tatsächlich nur diese Indikation von ihm, Du musst nicht die 18 Monate bei ihm abgesessen haben.

Die fachärztliche Indikation besagt auch wieder nur, das Du transsexuell nach ICD-10 F64.0g bist, dies als gesichert gilt und das er die gegengeschlechtliche Operation befürwortet, ohne die Du als Frau nicht leben kannst.

Sechster Schritt – Antrag auf Kostenübernahme der geschlechtsangleichenden OP bei der Krankenkasse

Nachdem man die 18 Monate psychotherapeutische Begleittherapie und 12 Monate Hormon-Ersatz-Therapie hinter sich gebracht hat, holt man sich die verschiedenen, zur Beantragung der Kostenübernahme benötigten Dokumente:

  • Medizinischer Verlaufs- und Abschlussbericht des Endokrinologen
  • Verlaufsbericht des*der begleitenden Therapeuten*in

Da man ja zwischen drin bereits die Vornamens- und Personenstandsänderung gemacht hat und vor dem Gesetz nun den richtigen Namen trägt und das richtige Geschlecht hat, hat man ja auch bereits die beiden unabhängigen, positiven Gutachten, die ebenfalls benötigt werden.

Zusammen mit einem Transsexuellen-Lebenslauf, der fachärztlichen Indikation für die Operation und einem ausführlichen Antragsschreiben, schickt man alles nun an die Krankenkasse, die es wiederum weiterschickt an den zuständigen MDK – Medizinischer Dienst der Krankenkasse.

Dieser entscheidet dann darüber, ob die Operation tatsächlich medizinisch notwendig und begründet ist und teilt der Krankenkasse dann die Empfehlung zur Kostenübernahme mit.

Innerhalb von fünf Wochen nach Eingang des Antrags bei der Krankenkasse, muss man zwingend eine wie auch immer geartete Antwort haben, ansonsten gilt der Antrag automatisch als genehmigt.

Siebter Schritt – Anfrage nach Termin für die Operation

Hat man dann endlich von der Krankenkasse die schriftliche Bestätigung der Kostenübernahme für die geschlechtsangleichende Operation bekommen, so schickt man alle Dokumente die man in Schritt Sechs der Krankenkasse geschickt hat, plus die Bestätigung der Kostenübernahme und plus dem Ärztebrief vom Vorgespräch an die entsprechende Klinik und bittet um einen Termin für die Operation.

Achter Schritt – Die Operation

Die geschlechtsangleichende Operation (Mann zu Frau) – Die geschlechtsangleichende Operation (Frau zu Mann)

Neunter Schritt – die Korrektur-Operation

[kein Text]

 

Der rechtliche Weg

Schritt Eins – Antrag auf Vornamens- und Personenstandsänderung

Die Vornamens- und Personenstandsänderung

 

 

 

 

 

[…dieser Artikel ist in Arbeit…]

 

 

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