Regio TV: Die TV-Dokumentation über mich und mein Leben als transsexuelle Frau

Hallo liebe*r Besucher*in,

ich hatte ja schon mehrmals angekündigt, das es sehr bald eine kleine Dokumentation über mich und mein Leben als transsexuelle Frau im Fernsehen zu sehen gibt.

Am 20. Juli 2018 um 18:30 Uhr war es dann so weit. Der erste Teil meiner TV-Dokumentation von zwei Teilen wurde im Fernsehen bei Regio TV Bodensee, im neuen Format „HeldenLändle“ ausgestrahlt. Der zweite Teil der Dokumentation wurde dann am Freitag drauf, am 27. Juli, ebenfalls um 18:30 Uhr ausgestrahlt.  Ich zitiere von der Regio TV Webseite:

HELDENLÄNDLE spürt Menschen auf, die Vorbilder in Sachen Kampfgeist, Nächstenliebe, Heimatverbundenheit oder Pioniergeist sind – heimliche Helden des Alltags, deren Geschichten die Zuschauer inspirieren, motivieren und einen völlig neuen Blick auf unsere Heimat schaffen.

Ob ich da mit dazu gehöre, muss jede*r für sich entscheiden, nachdem man meine Dokumentation gesehen hat.

Hier nun die ganze Dokumentation noch einmal zum anschauen:

Solltest Du den ersten Teil der Dokumentation bisher noch nicht gesehen haben oder ihn noch einmal anschauen wollen, so kannst Du dies gerne in der Mediathek von Regio TV Bodensee, auf Youtube oder auch hier tun:

Alexander - äußerlich ein ganzer Kerl, verheiratet, ein Kind. Alex heißt heute Christin und liebt die Farbe Pink. Was ist passiert? Christin (46) ist eine Transfrau. Sie wurde mit männlichen Geschlechtsmerkmalen geboren, obwohl sie sich als Mädchen fühlte. Das Problem: In den 80ern war Transsexualität ein Tabuthema. Für den kleinen Alex eine Katastrophe...

Solltest Du den zweiten Teil der Dokumentation bisher noch nicht gesehen haben oder ihn noch einmal anschauen wollen, so kannst Du dies gerne in der Mediathek von Regio TV Bodensee, auf Youtube oder auch hier tun:

Neben der eigentlichen Dokumentation gab es auch mehrere Videos, die verschiedene Dinge erklären sollten. Diese kannst Du Dir hier noch einmal anschauen:

Video 1:

Video 2:

Video 3:

Video 4:

Video 5:

 

 

Zur Vorgeschichte und wie diese Dokumentation entstanden ist:

Es ist schon einige Monate her, da hat sich die Christin (ja, sie heißt genau so wie ich) von Regio TV bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich Lust hätte einen kurzen Beitrag für den Sender mit ihr zusammen zu drehen. Damals ging es um keine Dokumentation in dem Format wie sie hier nun entstanden ist, sondern um einen zwei Minütigen Beitrag, der mich nur vorstellen sollte. Dieser sehr kurze aber auch sehr schöne Beitrag kann hier ab 14:15 noch mal angesehen werden:

Transgenderfrauen und -männer fühlen sich dem jeweils eigenen Geschlecht nicht zugehörig. Für Christin Löhner aus Bodman-Ludwigshafen war es ein langer, beschwerlicher Weg. Doch heute ist sie endlich der Mensch, der sie im Herzen immer war: eine Frau. Wieso eine geschlechtsangleichende Operation für sie so wichtig war und wie sie heute anderen hilft, erzählt sie im Video.

Schon diesen kurzen Teil, diese kurze Vorstellung zu drehen, war ein sehr tolles Erlebnis für mich – Ich stand noch nie so richtig vor der Kamera, weshalb es auch etwas völlig Neues für mich war. Auch die Reaktionen auf diesen kurzen Beitrag waren phänomenal und einfach schön, sowohl aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, aber auch von mir völlig fremden Leuten.

Nach diesem Beitrag kamen dann noch verschiedene Zeitungsartikel über mich heraus, teilweise echt große, ganzseitige Artikel, bis sich dann Nadja und Eike – ebenfalls von Regio TV Bodensee – bei mir gemeldet haben. Und so nahm dann alles seinen Lauf.

Nadja und Eike besuchten uns dann zu einem ersten Gespräch und Interview und am Schluss sagte Eike dann zu Nadja, das sie noch nie in ihrer Karriere so viel geschrieben hat, wie bei dem Interview mit mir.

Einige Wochen später schickte Nadja mir dann ihren Vorschlag für ein Script, wie die Dokumentation abgedreht werden sollte. Da erfuhr ich dann auch zum ersten Mal, das mit meiner Geschichte auch eine Premiere stattfinden wird, nämlich die erste zweiteilige Dokumentation für das Format HeldenLändle auf Regio TV.

Alles musste nun dann allerdings auch recht schnell gehen, da Nadja die Dokumentation noch vor der Sommerpause abgedreht und auch ausgestrahlt haben wollte.

Dazu kam, das Michelle und ich ja gerade zu diesem Zeitpunkt mitten im Umzugs-Stress waren. Für Nadja der Anlass, mich in mitten der vielen Kartons und dem Chaos in der alten Wohnung interviewen und filmen zu wollen. Dieser Umzug sollte so dann auch ein wenig diesen Umbruch und Aufbruch in ein neues Leben, das endlich richtige Leben im richtigen Ich, versinnbildlichen.

Einige wenige negative Stimmen gab es im Vorfeld zu dem Trailer, der vier Tage vor dem ersten Teil der Dokumentation in den Sozialen Medien verbreitet wurde.

So wurde zum Beispiel harsch kritisiert, das ich mich dort in High Heels zeige und mich beim Schminken habe filmen lassen. Klischees und Schubladendenken hin oder her, aber für mich selbst gehören High Heels und Makeup einfach zum Leben dazu. Viele werden nun wieder stöhnen und schreien: „Weg mit diesen Klischees!“, aber ich, für meinen Teil finde, das High Heels und Makeup einen Menschen weiblicher erscheinen lassen. Und genau darum geht es uns doch: Nämlich als Frau, bzw. als das Zielgeschlecht erkannt zu werden. Ganz davon abgesehen, liebe ich es einfach, mich zu schminken und High Heels zu tragen. Genau so wie ich die Farbe Pink liebe. Es kann mir niemand verbieten, zumindest in dieser Hinsicht ein paar Klischees zu erfüllen.

Nun, wie dem auch sei… alles in Allem hatten wir dann, ich glaube, fünf oder sechs Drehtage an denen alles abgedreht wurde.

Danksagungen

Zum Schluss möchte ich vier Personen meinen riesen großen Dank aussprechen:

Michelle, meine Lebensgefährtin, meine Verlobte und baldige Ehefrau
Dafür das Du immer zu mir hältst und es Dir auch jetzt immer noch nicht zu viel wird, was ich mache und wie präsent ich in den Medien bin. Ich liebe Dich über alles, mein Herzblatt und wir stehen alles gemeinsam durch!

Nadja Ziegler von Regio TV Bodensee
Vielen, vielen Dank für diese Chance mit Euch diese Doku machen zu können und so meine Botschaft für mehr Toleranz und Akzeptanz in der Gesellschaft, sowie mein Angebot anderen zu helfen in die Welt hinaus tragen zu können! Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, mit Euch zu arbeiten und es war teilweise sogar sehr lustig.

Eike Rolle, Kameramann von Regio TV Bodensee
Auch Dir danke ich von Herzen für diese tollen Drehtage mit Euch Beiden! Es war immer sehr lustig und ich habe auch sehr viel gelernt.

Justin Förster, Sohn von Eike und ein toller Schauspieler
Lieber Justin, Du hast Dich bereit erklärt, die Jugend-Szenen von mir zu spielen. Die Sache mit dem Teppichmesser war sicher nicht ohne, auch für Dich nicht. Ich danke Dir von Herzen und ich bin sehr stolz, das ich durch Dich bei diesen Szenen vertreten wurde!

 

Sooo… nachdem ich nun scheinbar auch meine Rede für den Oscar fertig habe – gibs zu, das war Dein Gedanke, als Du diese Danksagungen gelesen hast – bleibt mir nichts anderes übrig als zu hoffen, das Dir meine Dokumentation genau so gefällt, wie sie mir gefällt.

*Kisses*
Christin

 

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3 Kommentare

  1. Überraschend gute Doku, so offen und fair sind solche Dokus echt selten und meinen tiefsten Respekt für deinen Mut. Und danke für deine Hilfe für uns alle!

  2. Was mich sehr traurig macht, ist das deine Geschichte in so vielen Punkten meiner eigen so ähnlich ist. Aber ich freue mich auch sehr das du deinen Weg gehen konntest. (Meine Familie weiß nun soweit bescheid, versucht aber alles um mich vom meinen eigenen Weg abzuhalten). Das mit den abschneiden wollen kenne ich nur zu gut, dies ging mir am Tag meines Outings gegenüber meiner Mutter so (vorher wusste es ja nur mein Bruder und der ist leider vor 6 Jahren umgebracht worden, mit nur 23), ich wollte mir das Ding entfernen und gleichzeitig die Pulsadern öffnen, ich brachte aber nicht den Mut auf meiner Mutter das anzutun mich so vorfinden zu müssen, sonst hätte ich es getan. Mein Erstes mal war das auch nicht, ich hatte das schon mal versuchen wollen, als Jugendlicher, obwohl nur ein kleiner Schnitt hatte es geblutet wie verrückt, ich konnte da nicht weitermachen. Nach dieser Horrornacht Anfang Juni dieses Jahres lernte ich dich und das dgti kennen, dafür bin ich sehr dankbar, nur eine Lösung, die finde ich einfach nicht. Obwohl ich nicht mehr kann musste ich vor zwei Tagen doch versprechen nichts zu tun als weiterzumachen wie bisher. Ich werde meiner Familie Zeit geben um zu begreifen und zu akzeptieren, aber keine Jahre mehr wie man es von mir erwartet nur um das Haus, Job, Bekanntenkreis zu halten, das überlebe ich nicht. Ich bin nun 36, leide schon von jüngsten Kindestagen an, ich will nicht ewig warten müssen nur um niemanden zu verlieren. Ein weiteres Problem ist, ich habe mich verliebt in eine andere Frau, aber ich habe Angst vor einer Beziehung, sie hatte schon so viel Unglück im Leben, vor allen mit Männern, wie wird es sein wenn sie erfährt das der Mann in den sie sich verliebt hat, der ihr Kind so liebt als sei es das eigene Kind, der Mensch der ihre Gefühle erwidert gar kein Mann ist, Ich habe solche Angst und bin in allen so hin und her gerissen. Ich will es jeden Recht machen aber ich verliere mich selber immer mehr, ich habe doch schon mein ganzes Leben lang nur einen einzigen Wunsch, wieso kann ich diesen Wunsch nie erfüllt haben? Wieso fühle ich mich so schuldig für das wie ich bin, was ich bin, wer ich bin? Ich bin und war immer schon Frau, warum muss ich mich selbst so sehr quälen und eine Rolle spielen die ich nicht bin, weshalb dieses mir verhasste, fremde Leben führen? Wieso darf ich nicht ich selbst sein?

    • Liebe Danielle, wenn es Dir aktuell wieder so schlecht geht, wieso meldest Du Dich nicht? Du kannst mich auch gerne per Whatsapp anschreiben.

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